Palästinensisches Patrouillenboot versenkt

Die israelische Armee hat die Zerstörung des internationalen Flughafens von Gaza in der Nacht zum Samstag fortgesetzt. Zum zweiten Mal binnen 24 Stunden drangen Soldaten mit Panzern und Bulldozern auf das Flugfeld vor und zerstörten noch brauchbare Teile der Landebahn.
Wie Sicherheitskreise in Gaza mitteilten, wurde zudem ein Boot der palästinensischen Küstenwache von einem israelischen Kampfhubschrauber versenkt. Israelische Schiffe feuerten nach Angaben palästinensischer Sicherheitskreise Raketen auf ein Treibstofflager und eine verlassene Kaserne der palästinensischen Marinepolizei in Gaza ab. Beide gingen in Flammen auf. Über Verletzte lagen keine Berichte vor.
Bei dem Angriff wurde palästinensischen Sicherheitskräften zufolge eine Anlegestelle getroffen, an der das private Boot von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat festgemacht sei. Die israelische Armee nahm zu den Angaben zunächst nicht Stellung. Nach palästinensischen Angaben feuerten israelische Panzer am Samstag darüber hinaus mindestens vier Granaten auf das Flüchtlingslager Rafah ab. Dabei seien Häuser getroffen und mindestens acht Menschen verletzt worden. Die israelische Armee erklärte, der Bericht werde geprüft.
Israelische Strafaktion für Waffenschmuggel?
In Sicherheitskreisen wurde vermutet, dass es sich bei dem Angriff um eine Strafaktion der Israelis wegen des angeblich versuchten Waffenschmuggels der Autonomiebehörde handelte. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatte am Donnerstag ein Strafaktion angekündigt. Nabil Abu Rudeineh, ein Berater von Arafat, bezeichnete die Aktion als Verbrechen und Eskalation der Lage, "die zu weiteren Spannungen und Gewalt in der Region führen werde". Zugleich forderte er die USA und die Europäische Union zum Einschreiten auf.
Angehörige der palästinensischen Marinepolizei sind nach israelischer Darstellung in den versuchten Schmuggel von 50 Tonnen Waffen für die palästinensischen Gebiete verwickelt. Die israelische Marine hatte vergangene Woche ein Schiff mit den Waffen im Roten Meer aufgebracht. Der Kapitän des Schiffs, ein Mitglied der Marinepolizei, erklärte, die Waffen seien für Gaza bestimmt gewesen.
Palästinenser-Polizei verhaftet ranghohe Führungskräfte
Im Zusammenhang mit der abgefangenen Waffenladung nahm die palästinensische Polizei am Freitag zwei ranghohe Führungsmitglieder fest. Die beiden seien in Ramallah verhaftet worden, hieß es in einer Mitteilung der Palästinensischen Autonomiebehörde. Nach einem weiteren Verdächtigen werde gefahndet. Israel bezeichnete den Schritt als unzureichend.
Israel macht die Autonomiebehörde und Präsident Yasser Arafat für die Schmuggelaktion verantwortlich. Die Autonomiebehörde bleibt dagegen bei ihrer Darstellung, dass die palästinensische Führung nichts mit dem Schmuggel zu tun habe. In einer Erklärung hieß es, die Verdächtigen seien auf Grund von Informationen aus ausländischen Quellen festgenommen worden. Einer der beiden, Fuad Shobaki, autorisierte nach israelischen Erkenntnissen Zahlungen für das Schiff und die Waffen.
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