Freitag, 4. Jänner 2002

SPEZIAL: ARBEITSLOSIGKEIT

Angesichts der neuen, dramatisch verschlechterten Jobzahlen aus Österreich wundert Experten diese Entwicklung nicht: Welche Themen sind den Österreichern im Neuen Jahr wichtig? Eine repräsentative Österreich-Umfrage, die das Salzburger Institut für Grundlagenforschung (IGF) jetzt präsentierte, enthüllt: Sichere Jobs und die Schaffung neuer Arbeitsplätze haben absolute Priorität!

Insgesamt wurden 1.000 Österreicher im Dezember 2001 zu 44 Aufgabenbereichen befragt, die sie nach Wichtigkeit ordneten:

+ Thema Nr. 1: Die Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze (70%),
+ Thema Nr. 2: Die Schaffung neuer Arbeitsplätze (66%),
+ Thema Nr. 3: Die Sicherung der Pensionen (64%),
+ Thema Nr. 4: Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit (61%),
+ Thema Nr. 5: Die Senkung der Steuern (59%).

Zwei Themen wurden deutlich wichtiger bewertet:
+ Die Sorge, dass die Versorgung von alten und kranken Menschen gesichert ist (58% - Jahr 2000: 52%),
+ Die Absicherung, dass in Österreich niemand durch das soziale Netz rutscht (47% - im Jahr 2000: 39%)

Schlusslichter auf der Wichtigkeits-Skala: Auch die EU
Nur jeder Fünfte, konkret 18% der Österreicher, halten es für wichtig, sich in der EU mehr als bisher zu engagieren.

Nur 11% erachten es als besonders wichtig, "für eine Osterweiterung der EU einzutreten".

Etwas mehr Sensibilität zeigt sich jedoch dahingehend, dass "die Interessen Österreichs in der EU mehr vertreten werden sollen" (30%, im Jahr 2000: 27%).

Weitere Schlusslichter:
+ Ausländerfeindlichkeit,
+ Aufrüstung des Bundesheeres,
+ Abschaffung der Kammer-Zwangsmitgliedschaft.

Österreicher sehen 2002 gelassen und neugierig, aber auch besorgt entgegen
Allerdings ist die Besorgtheit deutlich angestiegen: waren es im Jahr 2000 noch 28 Prozent der Österreicher, die ihre emotionale Einstellung mit "besorgt" beschrieben haben, sind es aktuell 41 Prozent. "Die Ereignisse am 11. September scheinen bei diesem Punkt Spuren hinterlassen zu haben", so Ernestine Depner-Berger (IGF). Auch die "Temelin-Diskussion" geht nicht spurlos vorbei, 54 Prozent der Österreicher wünschen sich, dass "verstärkt gegen die Atomenergie und Atomkraftwerke aufgetreten werden soll" (im Jahr 2000 noch nicht erhoben).

4.1.2002 14:17