Feilschen um den Temelin-Betreiber CEZ

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Die französische Electricité de France (EdF) wird an der zweiten Runde der Privatisierung des Tschechischen Energiekonzern (CEZ), der u.a. das umstrittene Atomkraftwerk Temelin betreibt, teilnehmen. Der erste Verkaufsversuch scheiterte, weil die Interessenten zu wenig geboten hatten. Es geht um den staatlichen Zwei-Drittel-Anteil im Tschechischen Energiekonzern (CEZ) und der sechs Strom-Distributionsfirmen.
Am heutigen Montag hat die EdF ihr neues Angebot der Privatisierungs-Kommission unterbreitet. "Ja, die EdF hat ihr Angebot vorgelegt, allerdings kann ich dazu keine näheren Informationen nennen", bestätigte der Sprecher der EdF in Tschechien, Pavel Novak, in Prag. Ob auch der Mitbewerber, die italienische Enel, bis zum Ablauf der Frist Montag Mittag ein neues Angebot vorgelegt hat, war zunächst nicht bekannt.
Auch die Sprecherin des Fonds des nationalen Eigentums (FNM), Jana Viskova, wollte keine Einzelheiten nennen. Sie bestätigte nur, dass die Angebote der CEZ-Interessenten in der ersten Dezember-Runde nicht den Vorstellungen der Regierung entsprochen hätten und dass die neuen Angebote noch am heutigen Montag von der Privatisierungskommission beurteilt werden sollen. Am Mittwoch, 9. Jänner, werde sich damit die Regierung befassen: Also entweder über den neuen Besitzer von CEZ entscheiden oder den Verkauf verschieben.
Mehrere heimische Experten erwarten jedoch, dass keiner der Interessenten die Schlüssel-Bedingung der Regierung erfüllen wird - nämlich den Preis von mindestens 200 Mrd. Kronen (6,25 Mrd. Euro). "Jeder Preis über 100 Mrd. Kronen ist schon optimistisch," heißt es.
Zweiter Anlauf zum Verkauf
Es ist der zweite Anlauf, das Filetstück der tschechischen Industrie zu verkaufen. CEZ produziert in seinen 29 Kraftwerken, darunter die Atomkraftwerke Temelin und Dukovany, zwei Drittel des elektrischen Stroms.
Beim ersten Versuch am 17. Dezember hatte keiner der Interessenten den erwarteten Kaufpreis für den 76,6-prozentigen CEZ-Anteil zahlen wollen. Die italienische Enel bot 140 Mrd. Kronen. Ähnlich viel wie die Enel wollte auch der französische Atomstrom-Gigant Electricité de France (EdF) auf den Tisch legen. Beide Kaufinteressenten wurden aufgefordert, bis Anfang Jänner ihre Angebote nachzubessern.

