Donnerstag, 3. Jänner 2002

Stimmungsbarometer im 4. Quartal gefallen

Die rund 85.000 österreichischen Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe melden für das vierte Quartal eine deutliche Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Um einer daraus resultierenden Gefährdung von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen entgegenzuwirken, sind rasche Maßnahmen notwendig, erklärte der Obmann der Bundessektion Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung, Georg Toifl.

Das vom Institut für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) erhobene Stimmungsbarometer ist mit einem Rückgang um 23 Prozentpunkte auf den tiefsten Stand seit 1995 gefallen. Historische Tiefstwerte haben auch die öffentlichen Aufträge in den investitionsgüternahen Branchen erreicht.

Die im Dezember 2001 erhobene Stimmung der Unternehmer sei im Übrigen sicher noch stark von den Schockereignissen des 11. September geprägt, führte Toifl weiter aus. Es sei zu erwarten, dass sich die Situation binnenwirtschaftlich bald wieder stabilisieren werde. Derzeit sei die Stimmung offenbar noch schlechter als die Lage. Toifl appellierte in diesem Zusammenhang an die Regierung, durch gewerbefreundlichere Rahmenbedingungen dazu beizutragen, dass die Talsohle bald durchschritten werden kann: "Es sind Maßnahmen und nicht nur Ankündigungen notwendig", betont Toifl.

Sorgen bereiten, so Syndikus Helmut Heindl, auch die negativen Erwartungen für das erste Quartal 2002. Verglichen mit dem Vorjahr sind sowohl die konsumnahen als auch die investitionsgüternahen Branchen für den Jahresbeginn weniger zuversichtlich. Schon aus dieser Entwicklung heraus sei es wichtig, stimmungsbildende Maßnahmen zu treffen.

Öffentliche Aufträge zurückgegangen
Kritisch äußerten sich die Branchensprecher über die Situation der öffentlichen Aufträge. So sind die öffentlichen Auftragsanteile im 4. Quartal 2001 um 14 Prozent zurückgegangen. Verglichen mit 1994 hat sich der durchschnittliche öffentliche Auftragsbestand halbiert. Der durchschnittliche Anteil öffentlicher Aufträge am Gesamtauftragsbestand hat mit 1,3 Wochen bzw. 12,9 Prozent ein historisches Tief erreicht. Die stärksten Rückgänge melden Salzburger, Vorarlberger und steirische Betriebe. Geringfügig gestiegen ist der Bestand öffentlicher Aufträge lediglich in Kärnten.

3.1.2002 12:44