Mittwoch, 2. Jänner 2002

Management und Finanzinvestoren als Käufer

Die börsenotierte Lenzing AG verkauft die Mehrheit ihrer 100-prozentigen US-Tochter Lenzing Fibers Corporation (LFC). Der Vertrag wurde am 31. Dezember 2001 unterzeichnet. Käufer ist eine Gruppe, die aus Teilen des LFC-Managements und internationalen Finanzinvestoren besteht. Über den Kaufpreis, der mit einer Kapitalmaßnahme verbunden war, wurde Stillschweigen vereinbart. Der Grund für den Verkauf dürfte das schwierige Marktumfeld in den USA sein.

Da sich die Lenzing Gruppe weiterhin einen Zugang zum amerikanischen Nonwovens-Markt erhalten möchte, der nach wie vor als attraktiv erachtet wird, verbleiben 39 Prozent der LFC-Anteile im Besitz von Lenzing. Mit diesem Vertrag erhält die Lenzing AG die engen Beziehungen zu ihrer US-Tochter durch fortgesetzte Unterstützung bei Forschung und Entwicklung, Zusammenarbeit im technischen und im Management-Bereich sowie einer internationalen Vertriebspartnerschaft weiterhin aufrecht, heißt es in der Mitteilung.

LFC musste bereits in Vergangenheit hart gegen das schwierige Marktumfeld in den USA kämpfen, das durch die Ereignisse am 11. September und die gegenwärtige Rezession in den Vereinigten Staaten noch verstärkt wurde, gibt die Lenzing AG weiters bekannt. Die erwartete Absatzbelebung nach der Schließung des Produktionsstandortes des einzigen Wettbewerbers in den USA, Acordis in Mobile, Alabama, sei bisher nicht eingetreten. Der Lenzing-Vorstand habe sich zu dem gemeldeten Schritt entschlossen, da die weitere Marktentwicklung in den USA nicht mit hinreichender Sicherheit prognostiziert werden könne.

Jochen Werz, Sprecher des Vorstandes, kommentiert den Verkauf derart: "Das ist ein guter Deal für alle Beteiligten. Die neuen Eigentümer profitieren von unserem fundierten Know-how, und die Präsenz der Lenzing AG in den USA ist auch künftig abgesichert. Unseren Kunden bieten wir damit weiterhin einen Zugang zu einem zuverlässigen lokalen Produzenten von Viskosestapelfaser in den USA."

2.1.2002 09:23