Führung in Gesamtwertung rückt näher

Felix Gottwald hat nur 48 Stunden, nachdem er im Sprint in Reit im Winkl um drei Zehntel auf Platz zwei verwiesen worden war, das Versäumte nachgeholt und am Samstag für den ersten Sieg der nordischen ÖSV-Kombinierer in Schonach gesorgt. Der Salzburger setzte sich bei seinem vierten Saisonerfolg 2,8 Sekunden vor dem Finnen Samppa Lajunen durch, Dritter wurde der Deutsche Ronny Ackermann (+18,3), der nun im Gesamt-Weltcup nur mehr 20 Punkte Vorsprung auf Titelverteidiger Gottwald hat. Der Steirer Mario Stecher (+1:11,9 Min.) wurde Sechster, Christoph Eugen (1:53,4) 15.
Den Grundstein zum Sieg hatte Gottwald mit Platz vier im Springen - unmittelbar hinter Stecher - gelegt. "Da habe ich schon gewusst, dass es sehr gut ausschaut, weil viele gute Läufer im Springen die Qualifikation für die besten 30 verpasst haben", erzählte der HSZ-Soldat, der am 13. Jänner 26 Jahre alt wird. "Ich hatte also die nötige Ruhe, um mich auf dieses sehr taktische Rennen vorzubereiten."
Mit Köpfchen zum Sieg
Und auf der Loipe lief dann Gottwald mit "Köpfchen", setzte seine Taktik vorbildlich um. Bereits in der zweiten von sechs Runden schließ er zum nach dem Springen führenden und 1:04 Minuten früher gestarteten Finnen Jaakko Tallus sowie Ackermann, der als Zweiter 26 Sekunden Vorsprung auf seinen Hauptkonkurrenten gehabt hatte, auf. "Danach bin ich geduldig geblieben und habe nur darauf geachtet, das Tempo hochzuhalten, damit die Gegner entsprechend müde werden." Und diese Zermürbungstaktik ging voll auf. "Am letzten Anstieg der letzten Runde habe ich dann Gas gegeben - das war die Entscheidung."
Nur noch 20 Punkte Rückstand in Gesamtwertung
Damit trennen die beiden vierfachen Saisonsieger Gottwald und Ackermann bei Weltcup-Halbzeit nur 20 Zähler. Trotzdem will der Salzburger noch nichts von der Gesamtwertung hören. "Es ist zwei Monate zu früh, um über den Weltcup zu reden. Ich muss mich weiter von Wettkampf zu Wettkampf voll konzentrieren. Man hat ja im Vorjahr gesehen, dass man bis zum Schluss die nötige Substanz haben muss, um die Gesamtwertung zu gewinnen. Es ist also noch nix gegessen, auch Lajunen darf man noch nicht abschreiben." Allerdings hat der Finne bereits 265 Zähler Rückstand auf Ackermann.
Trainer Chromecek mit Mannschaftsleistung zufrieden
Cheftrainer Günther Chromecek freute es natürlich besonders, dass Gottwald den ersten ÖSV-Sieg in Schonach realisierte. Er war aber auch mit den Leistungen von Stecher und Eugen, der von Platz 22 nach dem Springen noch auf Rang 15 vorgelaufen war, "sehr zufrieden". "Derzeit läuft's wie geschmiert", meinte Chromecek, dessen Mannschaft in Salt Lake City zu den Topfavoriten zählt - sowohl im Einzel- als auch im Teambewerb.
Noch fünf Bewerbe vo Olympia
Doch vor dem Saisonhöhepunkt stehen noch die Bewerbe in der nächsten Woche in Val di Fiemme am Mittwoch (Team) und Freitag (Sprint) sowie in Ramsau am Sonntag (Massenstart) und danach die Doppelveranstaltung am 18. und 19. Jänner in Liberec (Sprint- und klassischer Bewerb) auf dem Programm. Im Anschluss daran geht's noch vom 22. bis 26. Jänner zu Skitests nach St. Moritz. "Dort wollen wir wie die Deutschen und Finnen noch einmal in der Höhenlage Sprungmaterial für Salt Lake City testen", erklärt Chromecek. "Am 29. Jänner brechen wir dann nach Übersee auf, wo wir uns noch vor den Winterspielen in Key Biscayne einige Tage erholen werden."
