Gnadengesuch wurde abgelehnt

Der frühere Profi-Boxweltmeister Graciano Rocchigiani muss ins Gefängnis. Das Gnadengesuch des 37-Jährigen Deutschen gegen seine Freiheitsstrafen von insgesamt einem Jahr wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ist abgelehnt worden. Der Ex-Weltmeister im Halbschwergewicht, der am 1. Februar 2001 seinen letzten Kampf bestritten hatte, bekommt jetzt die Ladung zum Strafantritt. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.
Das Sündenregister "Rockys" ist in den vergangenen Jahren immer länger geworden. Zuletzt war er Mitte Dezember in der Hauptstadt festgenommen worden, nachdem er Polizisten attackiert hatte. Wegen dieses Delikts laufen jetzt neue Ermittlungen. Rocchigiani werden in diesem Fall Widerstand gegen die Staatsgewalt, gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Der stark alkoholisierte Boxer hatte in Berlin-Steglitz in einem fremden Auto seinen Rausch ausgeschlafen. Bei der Polizeikontrolle soll er Beamte beschimpft und geschlagen haben.
Der IBF-Champion von 1988/89 und WBC-Weltmeister von 1998/99 dürfte wegen seiner wiederholten Konflikte mit dem Gesetz ein Comeback im Ring verspielt haben. 1997 war der Berliner zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden, weil er bei einer Verkehrskontrolle einen Polizisten angefahren hatte. Nur ein Jahr später kamen weitere vier Monate Bewährungsstrafe wegen Fahrens ohne Führerschein und überhöhter Geschwindigkeit hinzu.
Weitere vier Monate Bewährung kassierte der 37-Jährige für den Angriff auf einen Hausmeister im Wiener Prater. Weil er im November 2000 mit seinem Auto betrunken in einem Straßengraben am Timmendorfer Strand gelandet war, musste der Boxer zudem eine Geldstrafe von knapp 13.000 Euro zahlen. Laut Justizsprecher Martin Steltner wurden im Frühjahr die Bewährungen der Strafen aus den Jahren 1997 und 1998 gerichtlich widerrufen. Die Beschwerden Rocchigianis dagegen lehnte das Berliner Landgericht nun ab und bestätigte eine einjährige Gefängnisstrafe des Boxers, dessen Ehefrau Christine sich inzwischen von ihm getrennt hat.
