Umfrage: 38% unterschreiben "sicher" Volksbegehren

Eine Woche vor dem Anti-Temelin-Volksbegehren macht die FPÖ mobil. Ganz besonders setzen die Freiheitlichen auf die Mobilisierung von Volk und Prominenten durch die „Kronen Zeitung“. Eine market-Umfrage ergab nun, dass 38% das Volksbegehren der FPÖ "sicher" unterschreiben wollen, 22% unterschreiben "wahrscheinlich".
Die Blauen gaben sich in der vergangenen Woche – nur wenige Tage vor dem Startschuß zum Anti-Temelin- Volksbegehren am 14. Jänner – relaxt. Im Büro von Parteichefin Susanne Riess- Passer hielten zwei Hilfskräfte die Stellung, der stellvertretende FP-Parteichef Hubert Gorbach wedelte mit seinen neuen Brettln („Ein Weihnachtsgeschenk meiner Frau“) im vorarlbergischen Montafon, den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider zog es überhaupt in südliche Gefilde: nach Italien.
„Krone“-Herausgeber Dichand voll auf FP-Volksbegehren-Schiene
„Es ist alles auf Schiene und läuft ausgezeichnet“, vertraute Skifahrer Schweitzer Journalisten über die Vorbereitungen für das Volksbegehren an, sofern er gerade einmal sein Handy eingeschaltet hatte. Die große Gelassenheit der Blauen hat einen Namen: „Krone“-Herausgeber Hans Dichand. Mit Genugtuung registrierten die Freiheitlichen vergangene Woche, daß über den Jahreswechsel auch noch der letzte FP-Skeptiker im Massenblatt, der früher linksgrüne Kolumnist Günther Nenning, umgefallen und auf die Pro-Volksbegehren-Linie des Herausgebers eingeschwenkt ist. Nenning, der das Anti-Temelin-Plebiszit noch im Dezember als zu „blau“ und „nicht demokratisch“ kritisiert hatte, ruft jetzt zu einer möglichst hohen Beteiligung desselben auf.
Jagd auf Prominente
Dialektische Begründung: „Je mehr Nicht-Blaue hingehen, desto weniger blau ist das Volksbegehren.“ Selbst die Jagd nach prominenten Unterstützern für das Volksbegehren hat die „Krone“ den Blauen abgenommen. Nach Niki „Nazionale“ Lauda ließen sich vergangenen Dienstag der Schauspieler Miguel Herz-Kestranek (mit sorgenvoll zerfurchter Stirn) sowie der Darling aller Austropensionisten, Peter Alexander, auf die Aufmacherseite hieven.
Weitere Promis der „A-Klasse“, so ein FP-Politiker, sollen in den nächsten zwei Wochen – wohl ebenfalls als „Krone“-Titelhelden – folgen. Tatsächlich ist das Anti-Temelin-Volksbegehren für den achtzigjährigen „Krone“- Herausgeber Hans Dichand und sein Team mittlerweile schon zu einer ähnlich gewichtigen Prestigesache geworden wie für die Freiheitlichen. Unter Politologen gilt derzeit folgende Faustregel: Das Unterschriftenpotential eines rein blauen Volksbegehrens liegt bei 200.000 bis 350.000 Stimmen. Jede Unterschrift mehr hat die FPÖ der „Krone“ zu verdanken.
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38 Prozent wollen "sicher" unterschreiben
38 Prozent wollen laut der neuesten Umfrage des Linzer market-Instituts das Anti-Temelin-Volksbegehren der FPÖ "sicher" unterschreiben, 22 Prozent "wahrscheinlich". 36 Prozent schließen eine Unterschrift aus, berichtet das "profil" in einer Vorausmeldung vom Sonntag. Gegenüber einer - ebenfalls vom market-Institut durchgeführten - Umfrage von vor knapp einem Monat haben sich zwei Prozentpunkte von "sicher" zu "wahrscheinlich" verschoben. Damals wollten noch 40 Prozent "sicher" unterschreiben.
In den Daten nach Parteipräferenz zeigt sich in der aktuellen Umfrage die Diskrepanz innerhalb der Regierung über das Volksbegehren: Die höchste Unterstützung zeigen die FPÖ-Anhänger (64 Prozent "sicher", 18 Prozent "wahrscheinlich") - und die geringste Zustimmung bei den ÖVP-Anhängern (20 Prozent "sicher", 27 Prozent "wahrscheinlich").
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