Freitag, 4. Jänner 2002

Bombenanschlag in Madrid zum Glück vereitelt

Mutmaßliche Anhänger der baskischen Untergrundorganisation ETA haben am Freitag in der Kleinstadt Alegia bei San Sebastian eine Filiale der Post in Brand gesteckt. Nach Angaben der Polizei drangen vier mit Knüppeln bewaffnete und vermummte Jugendliche am Morgen kurz vor der Öffnung in die Räume ein und zwangen die Mitarbeiter, das Gebäude zu verlassen.

Anschließend hätten sie Benzin ausgeschüttet und angezündet. Verletzt wurde niemand, die Filiale sei aber fast völlig abgebrannt. Auch Briefe und Bargeld wurden bei dem Feuer vernichtet.

In der baskischen Industriemetropole Bilbao war Stunden zuvor ein selbst gefertigter Sprengsatz vor einer Bank explodiert. Er richtete nur leichten Sachschaden an, wie die Behörden mitteilten.

Wie erst am Freitag bekannt wurde, entschärfte die Polizei am 28. Dezember in Madrid eine Ein-Kilo-Bombe, die in einer Tasche versteckt vor einem Gebäude der staatlichen Gefängnisverwaltung abgestellt worden war. Hinter dem vereitelten Anschlag wird aber nicht die ETA vermutet.

Die Polizei geht vielmehr davon aus, dass es sich bei den Tätern um radikale Anarchisten gehandelt hat. Die Behörden vermuten, dass militante linke Gruppierungen, die Verbindungen in ganz Europa haben, die EU-Ratspräsidentschaft Spaniens im ersten Halbjahr 2002 als Anlass für Attentate nutzen wollen.

4.1.2002 15:30