Anwalt: Hat mit Anschlägen in USA "nichts zu tun"

Der wegen der Anschläge vom 11. September in den USA angeklagte Zacarias Moussaoui hat bei seiner ersten Vorführung vor ein Gericht die Aussage verweigert. "Im Namen Allahs habe ich nichts zu bekennen", erklärte Moussaoui vor dem Gericht in Alexandria (US-Staat Virginia). Richterin Leonie Brinkema wertete diese Aussage als "nicht schuldig". Moussaoui schwieg dazu.
Der aus Marokko stammende französische Staatsbürger wird von den US-Behörden verdächtigt, in die Anschläge vom 11. September verwickelt gewesen zu sein. Er muss sich in sechs Anklagepunkten verantworten, darunter der gemeinschaftlichen Verschwörung zum Mord an Tausenden Menschen. Auf vier der sechs Anklagepunkte steht als Höchststrafe der Tod. Das französische Justizministerium warnte die USA vor diplomatischen Folgen, sollte Moussaoui zum Tode verurteilt werden. Am Mittwoch hatte die US-Regierung entschieden, Moussaoui nicht vor ein Militärtribunal, sondern vor ein Zivilgericht zu stellen.
Eigentliches Verfahren erst im Oktober
Der erste Gerichtstermin am Mittwoch in Alexandria diente der Verlesung der Anklage. Den Beginn des eigentlichen Verfahrens setzte die Richterin für den 14. Oktober fest. Moussaoui war bereits im August, also bereits vor den Anschlägen, im US-Staat Minnesota festgenommen worden. Eine Flugschule hatte Verdacht geschöpft, weil der 33-jährige Mann eine Flugausbildung bestritt, sich aber nur für das Fliegen, nicht aber für Start und Landen interessiert hatte.
Der 33-Jährige hat mit den Anschlägen "nichts zu tun", sagte sein Anwalt Donald Duboulay bei der ersten Anhörung vor einem New Yorker Bundesgericht. Er glaube "fest an seine Unschuld".
Verteidiger: Moussaoui wurde im Gefängnis misshandelt
Moussaoui erschien mit Fußfesseln und Handschellen vor dem New Yorker Gericht. Entgegen einem von der US-Bundespolizei FBI veröffentlichten Foto trug er einen Bart und langes Haar. Sein Blick war finster. Als die Richterin den Gerichtssaal des Bundesgerichts von Manhattan betrat, weigerte er sich, sich zu erheben. Nach den Worten seines Verteidigers wurde der Franzose vom Gefängnispersonal bedroht und misshandelt. Der Anwalt wies Angaben der französischen Regierung zurück, sein Mandant lehne konsularischen Beistand ab.
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