Freitag, 28. Dezember 2001

Kirchgasser als 14. beste Österreicherin

Ohne Heimsieg sind die Damenrennen in Lienz zu Ende gegangen. Wie Freitag im Riesentorlauf gab es auch am Samstag im Slalom für die blutjunge Truppe nichts zu holen. Beste war mit Michaela Kirchgasser ausgerechnet die Jüngste im Team. Die erst 16-jährige Salzburgerin kam in ihrem zweiten Weltcup-Rennen mit Startnummer 70 als einzige ÖSV-Läuferin in die Wertung und wurde 14. Der Sieg ging an die schwedische Weltmeisterin Anja Pärson, die fünf Hundertstel vor den zeitgleichen Monika Bergmann (GER) und Kristina Koznick (USA) ihren dritten Weltcupsieg feierte.

Österreichs Ski-Damen gehen nun mit nur einem Saisonsieg in das neue Jahr. Eine magere Bilanz, die auch in Lienz nicht aufgebessert werden konnte. Nach dem Favoritensterben im Riesentorlauf und dem bescheidenen siebenten Platz für Tanja Schneider kam es im Slalom sogar noch dicker. Eigentlich verständlich, denn 24 Stunden nach dem Rücktritt von Teamleaderin Karin Köllerer hielt die vielversprechende aber blutjunge (Altersschnitt 19 Jahre) Slalom-Truppe von Mathias Berthold dem Druck noch nicht stand.

"Blackout" am Start
Christine Sponring schied schon im ersten Durchgang aus, Carina Raich im zweiten und Marlies Schild, die als Halbzeit-Neunte und beste Österreicherin überrascht hatte, wurde nach einem "Blackout" am Start ("Ich habe das Komando nicht richtig verstanden, wusste nicht ob es jetzt schon losgeht und bin raus gerutscht") zwar nochmals abgelassen, später aber disqualifiziert. "Man muss nicht nur mit ihr nachsichtig sein. Dass speziell bei einem Heimrennen vor so einer Kulisse die Nervosität besonders groß ist, ist ja klar", brach Alpinchef Hans Pum eine Lanze für die Mädchen. "Ich seh's zumindest im Slalom trotzdem positiv, weil wir viele Talente herauf kommen haben. Aber man muss auch verstehen, dass es derzeit nicht so geht wie bei den Herren", sagte Pum.

Kirchgasser als einzige Österreicherin im Klassement
Umso sensationeller sah Pum die Leistung von Kirchgasser. Sie fuhr trotz ihrer hohen Startnummer zunächst auf Platz 23 und damit leider ausgerechnet Sabine Egger und Petra Knor aus den ersten 30. Und auch im Finale hielten wenigstens bei ihr die Nerven. Die Salzburgerin, die vom Landeskader direkt in den Weltcup aufgestiegen ist, fuhr drittbeste Laufzeit und punktete auch in ihrem erst zweiten Weltcup-Rennen. In Sestriere war sie beim Debüt 17. geworden. "Keine Ahnung, wie ich das mache. Dabei bin ich im Rennen so nervös, dass mir richtig schlecht ist", sagte die HAK-Schülerin aus Filzmoos.

Götschl mit Sorgenfalten
Gehört den Talenten wenigstens die Zukunft, hatten Renate Götschl und Sabine Egger dicke Sorgenfalten im Gesicht. Götschl hatte sich als 29. gerade noch qualifiziert, schied aber im zweiten Lauf aus. Egger, vor zwei Jahren in Lienz noch große Siegerin, war am Boden zerstört. "Ich bin sehr sehr enttäuscht. Dass ich so weit hinten bin, hätte ich nicht gedacht. Aber wenn ich mich mit den Jungen vergleiche, ist es schon ein Wahnsinn, was ich zusammenfahre. Jetzt kann ich nur noch trainieren. Ich bin in einer Situation wo es nur noch nach oben gehen kann."

1.

Anja Pärson
SWE
1:24,74 Min.
2.

Kristina Koznick
USA
+ 0,05 Sek.
.

Monika Bergmann
GER
+ 0,05
4.

Ylva Nowen
SWE
+ 0,08
5.

Trine Bakke
NOR
+ 0,21
6.

Sarah Schleper
USA
+ 0,24
7.

Laure Pequegnot
FRA
+ 0,26
8.

Christel Pascal-Saioni
FRA
+ 0,31
9.

Sonja Nef
SUI
+ 0,42
10.

Tanja Poutiainen
FIN
+ 0,61
11.

Janica Kostelic
CRO
+ 0,63
12.

Alenka Dovzan
SLO
+ 0,65
13.

Corina Grünenfelder
SUI
+ 0,68
14.

Michaela Kirchgasser
AUT
+ 0,76
15.

Elisabetta Biavaschi
ITA
+ 0,96

Im zweiten Durchgang ausgeschieden:
Carina Raich, Renate Götschl (beide AUT), Caroline Lalive (USA), Niriyo Hiroi (JPN), Henna Raita (FIN)

Im ersten Durchgang ausgeschieden u.a.:
Christine Sponring (AUT)

28.12.2001 16:43