Schneider als beste Österreicherin auf Rang sieben

Mit dem Überraschungssieg von Lilian Kummer endete am Freitag der "verrückte" Damen-Weltcup-Riesentorlauf in Lienz. Schon im ersten Durchgang waren mit Sonja Nef, Allison Forsyth und auch Michaela Dorfmeister drei Favoritinnen praktisch am selben Tor gescheitert. So siegte die WM-Vierte von St. Anton knapp vor der Südtirolerin Karen Putzer und den beiden Schwedinnen Anja Pärson und Stine Hofgard-Nilsen. Am Samstag folgt ein Slalom. Auf NEWS-Networld sind Sie beim ersten Durchgang ab 10.45 Uhr LIVE dabei.
Einziger Lichblick im ÖSV-Team: Tanja Schneider fuhr dank Laufbestzeit vor Silvia Berger noch auf Platz sieben.
Dass ÖSV-Trainer Bernd Zobel beim Heimrennen die Hoffnungen auf einen österreichischen Podestplatz schon zur Halbzeit fahren lassen musste, war kein Wunder. Von den zwölf Ausfällen kamen fünf aus der ersten Gruppe, sie alle waren im stark drehenden Durchgang auf den engen Kunstschneeband zu forsch in ein heikles Tor nach etwas 25 Fahrsekunden gefahren.
Viele Ausfälle
Neben Weltmeisterin Nef erwischte es dort auch Alexandra Meissnitzer und Dorfmeister. "Wir haben die Linie unterschätzt, sind alle zu direkt gefahren", sprach Nef, die erstmals seit fast zwei Jahren wieder einen Ausfall verzeichnete, praktisch für alle.
Weder das, noch die Tatsache, dass sie damit ihre Weltcupführung ins Neue Jahr rettet, tröstete Dorfmeister. "Lienz mag mich anscheinend nicht. Ich habe mir so viel vorgenommen, dass ich enttäuscht bin, wäre eine Untertreibung", gestand die Niederösterreicherin, die am nämlichen Tor soviel Zeit verloren hatte, dass sie als 49. keine Chance auf eine Finalqualifikation hatte. "Ich war zu eng dran, hab den Bodenkontakt verloren und konnte keine Richtung mehr machen. Ärgerlich." Noch am Freitag rauschte sie wütend nach Saalbach zum Super-G-Training ab.
Auch Meissi sauer
Fast genauso sauer war Meissnitzer. "Ich hätte dort besser nicht mit Vollgas hin sondern taktisch fahren sollen. Aber wer will schon ständig Zehnte werden. Schade, heute wäre alles drin gewesen", ärgerte sich die Salzburgerin und klagte einmal mehr über Knieschmerzen. Renate Götschl hatte zwar an der heiklen Stelle eine weite Linie gewählt, aber dann durch einen Fehler im Zielhang alles vermasselt. "Das war nicht mein Tag", sagte die Steirerin.
Schneider und Berger sprangen ein
Während die 25-jährige Kummer den Ausfall von Nef sogar mit ihrem ersten Weltcup-Sieg für die Schweiz wett machte, sprangen im ÖSV-Lager Schneider und Berger - Platz acht ist das beste Ergebnis der Tirolerin seit ihrem Comeback - aber auch Evelyne Rohregger als 13. für die Geschlagenen ein. Schneider sogar mit Bestzeit im Finaldurchgang.
Lokalmatadorin zufrieden
"Das ist mehr als ich mir vorgenommen hatte", freute sich die Lokalmatadorin aus Osttirol. "Ich habe endlich das gebracht, was ich im Training kann und das ist mit einer so hohen Startnummer nicht immer leicht", atmete sie auf. "Die Arrivierten haben heute ausgelassen", war der knappe Kommentar von Trainer Zobel.Weltcup-Ergebnisse Damen-RTL Lienz 1. Lilian Kummer SUI 2:12,06 Min. 2. Karen Putzer ITA + 0,03 Sek. 3. Anja Pärson SWE + 0,08 . Ylva Nowen SWE + 0,08 5. Stina Hofgard-Nilsen NOR + 0,42 6. Birgit Heeb-Batliner LIE + 0,49 7. Tanja Schneider AUT + 0,58 8. Silvia Berger AUT + 0,65 9. Carole Montillet FRA + 0,69 10. Anna Ottosson SWE + 0,75 11. Janette Hargin SWE + 0,82 12. Nicole Gius ITA + 0,83 13. Eveline Rohregger AUT + 0,92 14. Alenka Dovzan SLO + 0,98 15. Christel Pascal-Saioni FRA + 1,13 weiter: 29. Renate Götschl AUT + 2,15 30. Brigitte Obermoser AUT + 2,32
Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.:
Alexandra Meissnitzer, Martina Lechner (beide AUT), Allison Forsyth (CAN), Maria-Jose Rienda-Contreras (ESP) , Silke Bachmann (ITA), Sonja Nef (SUI), Tanja Poutiainen (FIN)
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