Donnerstag, 27. Dezember 2001

Von Ackermann geschlagen

Felix Gottwald hat sich auch im ersten Weltcup-Bewerb der Nordischen Kombinierer im neuen Jahr in ausgezeichneter Verfassung präsentiert. Der Salzburger belegte am Donnerstag beim Sprint-Bewerb in Reit im Winkl den zweiten Platz hinter dem Deutschen Ronny Ackermann und musste sich dabei nur um drei Zehntelsekunden geschlagen geben. Neben Gottwald präsentierte sich das ÖSV-Team vor allem im Springen stark, am Ende kamen mit Christoph Bieler (7.) und Mario Stecher (8.) aber immerhin noch zwei Mann unter die ersten Zehn.

"Zwischendurch hatte ich kurz geglaubt, dass es sich ausgeht, aber leider war es am Ende doch anders", meinte Gottwald nach dem siebenten Podestplatz in Serie. Dabei hatte der 25-Jährige einen perfekten Start, hatte er doch die 49 Sekunden Rückstand nach dem Springen auf Tallus bzw. den Deutschen Ackermann und Mario Stecher schon nach knapp zwei Kilometern aufgeholt. "Aber ich hätte mir nicht lange Zeit lassen dürfen, denn von hinten sind schon die Finnen mit Lajunen und Manninen angerückt", erklärte er seinen "Blitzstart". Auch danach musste Gottwald an der Spitze für das Tempo sorgen. "Ich hatte nur wenig Zeit zum Ausrasten, denn als ich vorne war, hat Ackermann nach ein paar Attacken nicht mehr viel für das Tempo getan."

Gottwald mit Platz 2 zufrieden
Vielleicht war es auch diese Arbeit, die am Ende den Ausschlag gab. "Es wird auch im Sprint immer knapper", weiß allerdings Gottwald. Zudem hat er nach wie vor Reserven, vor allem auf der Schanze. "Ich weiß, dass ich da noch Potenzial habe, noch kommen meine Sprünge nicht so wie vergangenes Jahr." Und diese Reserven möchte Gottwald auch ausschöpfen - wenn möglich schon beim nächsten Bewerb in Schonach am Samstag. "Denn mit Platz zwei muss man zwar zufrieden sein - alles Andere wäre unverschämt - aber das Gefühl, einen Weltcup zu gewinnen ist eben noch immer schöner." Dieses Gefühl teilen sich Gottwald und Ackermann derzeit fast brüderlich auf. Beide haben zusammen sieben der neun Saisonbewerbe gewonnen, Ackermann führt mit vier Siegen den Weltcup an.

Trainer zufrieden
Cheftrainer Günther Chromecek war mit seiner Mannschaft vor allem im Springen zufrieden. Kein Wunder, hatte es doch die Plätze drei (Stecher), vier (Bieler), fünf (Gruber) und sieben (Gottwald) gegeben. Neben Gottwald kamen danach auch noch Christoph Bieler, der mit Rang sieben sein bisher bestes Saisonergebnis egalisierte und Mario Stecher als Achter in die Top Ten. "Mit der Laufleistung von Bieler muss man heute sehr zufrieden sein, auf der Schanze muss vor allem Christoph Eugen noch ein wenig zulegen", erklärte Chromecek. Stecher und Gruber, der nach wie vor nicht ganz gesund ist, waren an diesem Tag allerdings nicht in ihrer besten Verfassung.

27.12.2001 11:24