Koubek, Hipfl, Schett und Schwartz sind zuversichtlich

Kaum sind die Weihnachtslieder verklungen, haben Österreichs beste Tennis-Profis bereits das kommende Jahr in Angriff genommen. Stefan Koubek und Markus Hipfl enterten das Flugzeug Richtung Doha. Barbara Schwartz startete schon einen Tag nach Weihnachten nach Neuseeland und als Letzte begibt sich Barbara Schett auf die Reise. Sie fliegt kurz vor Silvester zu einer Exhibition nach Hongkong.
So unterschiedlich die Reiseziele sind, ein Ziel ist bei allen vier gleich: Sie wollen 2002 in der Weltrangliste wieder nach vorne.
Allen voran Stefan Koubek, der an sich zufrieden auf das Jahr zurück blickt, im kommenden Jahr aber unbedingt wieder in die Top-20 will. Der Kärntner baut vor allem auf die nun bereits sechs Monate andauernde Trainingsarbeit in Obertauern. "Wenn man weiß, dass man fit ist, hilft das auch mental", hat Koubek erkannt und ist überzeugt: "Das kann mein bestes Jahr werden!" Nach Doha spielt Koubek in Auckland, von dort geht es weiter nach Melbourne.
Hipfl mit mehr Muskelmasse
Markus Hipfl blickt auf ein schwankungsreiches Comebackjahr, aber auch auf ein Jahr, "in dem ich gegen Top-Spieler gute Leistungen gebracht habe", zurück. Der Welser hat unter Anleitung von Dr. Bernd Pansold fünf Kilo abgenommen, aber gleich viel an Muskelmasse zugenommen. "Ich habe jetzt das normale Gewicht, nur anders aufgeteilt. Viele die mich treffen, fragen, ob ich krank bin, weil ich im Gesicht so abgenommen habe. Aber ich fühle mich in den Beinen viel schneller und das ist sehr wichtig." Als derzeit 75. in der Rangliste will Hipfl wieder in die Top-50. "Das ist realistisch, weil ich weiß, dass ich auch Top-20- und auch Top-Ten-Spieler schlagen kann." Silvester verbringt Hipfl wie Koubek in Doha, nach Melbourne geht es direkt auf Sand nach Südamerika.
Schwartz endlich ohne Schmerzen
Barbara Schwartz findet es "sensationell, dass ich wieder auf dem Tennisplatz stehe." Nach drei Operationen ist sie überglücklich, dass sie in den sechs Monaten seit ihrem Comeback ohne Schmerzen im Ellbogen spielen konnte. "Zwei Jahre verletzt sein kann man freilich nicht mit einem Schlag aufholen", weiß die Niederösterreicherin, die momentan auf Platz 90 steht, aber nun ein halbes Jahr keine Punkte zu verteidigen hat. Also will sie fleißig Punkte sammeln und womöglich ihr bisheriges Top-Ranking übertreffen, dazu müsse sie freilich noch fitter und konstanter werden. Nach Neuseeland spielt sie zwei Turniere in Australien.
Für Schett ist Tennis wichtiger als sexy Image
Als Einzige nicht zufrieden mit ihrer Jahresbilanz ist Barbara Schett. "Mit Platz 21 darf man zwar nicht unzufrieden sein, das Ziel war aber Top-15", gesteht sich die Tirolerin ein. Dass die Ablenkungen durch ihre Image-Verschiebung in Richtung Sexy-Girl hin und wieder zu groß war, hat sie erkannt. "Aber für mich hat sich nichts geändert. Es ehrt einen, wen man nun von mehr Menschen gekannt wird, aber ich will wegen meiner Erfolge in den Zeitungen stehen und nicht wegen irgendwelchem Klatsch. Das interessiert mich eigentlich nicht. Tennis ist wichtiger."
Keine mentalen Schwächen
Auch mentale Schwächen will sich die Innsbruckerin nicht einreden lassen. "Das wird mir immer nachgesagt, aber es ist Blödsinn." Kein Blödsinn war eine gewisse Überbelastung, deshalb will sie 2002 mehr auf die Qualität achten. "Wenn ich nur drei Turniere in Serie spiele, bin ich bei jedem hundertprozentig konzentriert. Sind es fünf, denk ich im Unterbewusstsein schon beim ersten, schau mal wie es läuft, es sind ja noch vier. Das kann nicht richtig sein."
Babsi will wieder unter die Top-Ten
Deshalb wird sie unter der Führung von Neo-Coach Gerald Mandl nächstes Jahr weniger Turniere spielen, und zwischendurch immer wieder Trainingsblöcke einschieben. Nach der Exhibition in Hongkong folgen die Turniere in Sydney, Melbourne, Tokio und Paris. Saisonziel ist die Rückkehr in die Top-Ten. "Also dort hin, wo ich schon mal war."
