Altkanzler: Memoiren werden "kein Buch der Rache"

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl hat angekündigt, in seinen Memoiren über die CDU-Parteispendenaffäre schreiben zu wollen. "Ich habe viele Fehler gemacht und werde darüber berichten," sagte Kohl am Dienstag in der n-tv-Sendung "Maischberger". Er werde "auch ganz klar" über die Parteispendenaffäre berichten, fügte Kohl hinzu.
"Wer so viel machen muss, macht auch Fehler." Der Altkanzler hatte unter anderem zwischen 1993 und 1998 Spenden in Höhe von 2,17 Millionen Mark (1,110 Mill. Euro/15,3 Mill. S) angenommen, die nie in den Rechenschaftsberichten der CDU erschienen waren.
Kohl weigert sich bis heute, die Namen der Spender zu nennen. In dem Fernsehinterview betonte er nun: "Mit schwarzen Kassen habe ich ja nicht angefangen."
Zu den Vorwürfen, im Falle des Verkaufs der ostdeutschen Leuna-Raffinerie seien möglicherweise auch Schmiergelder an die damalige Bundesregierung geflossen, sagte Kohl, damals sei "überhaupt nicht bestochen worden". Dies sei nun "total einwandfrei geklärt". Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte vergangenen Mittwoch mitgeteilt, es lägen keine Anhaltspunkte für Bestechung vor.
Kohl sagte weiter, es gebe keine Distanz zur CDU. "Es gibt in der Partei eine Riesensympathiewelle für mich," betonte der Altkanzler. Nicht die CDU als Ganzes habe ihn angegriffen, sondern "ein ganz kleiner Kreis". Kohl schloss aber aus, wieder den Ehrenvorsitz der CDU zu übernehmen. Auch ein erneutes Abgeordnetenmandat im Bundestag komme nicht in Frage.
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