Eindringlicher Friedensappell zum Weihnachtsfest

Papst Johannes Paul II. hat am Dienstag zum Frieden in den alten und neuen Konfliktherden der Welt aufgerufen und ein Ende von Gewalt, Hass, Intoleranz und Ungerechtigkeit gefordert. In seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft verwies er besonders auf die dramatischen Probleme in Nahost und gedachte der Menschen, die an Kälte und Hunger sterben. Zugleich erinnerte er an die vielen Kinder, die schuldlos die Folgen unmenschlicher Konflikte erleiden müssen. "Retten wir die Kinder, damit wir die Hoffnung der Menschheit retten", sagte er wörtlich.
Das so hoffnungsvoll begonnene neue Millennium werde jetzt "von dunklen Wolken der Gewalt und des Krieges" bedroht. "Nie darf der heilige Name Gottes den Hass besiegeln! Nie darf man sich mit Intoleranz und Gewalt abfinden!", unterstrich der Papst. Christus sei geboren, um die trennende Wand der Feindschaft zwischen den Menschen und Völkern niederzureißen und die Menschheit zu einer Familie zu vereinen. Die Völker und Nationen sehnten sich nach einer "globalisierten Menschheit", die nicht von wirtschaftlichen Interessen, sondern von Gerechtigkeit und Solidarität bestimmt sei. Eindringlich sprach sich der Papst für Dialog, Begegnung und Zusammenarbeit zwischen den Kulturen und Religionen aus. Zugleich warnte er davor, den Fortschritt von Wissenschaft und Technik gegen die Achtung und Förderung der Menschenwürde zu missbrauchen.
Schrei nach gerechter Verteilung
"Christus ist unser Frieden", formulierte Johannes Paul II. die christliche Botschaft. Die Geburt Christ stelle die Würde aller Menschen wieder her und schenke den Zweifelnden und Mutlosen wieder Hoffnung: "Er ist gekommen, um die Wunden des Lebens zu heilen und sogar dem Tod einen Sinn zu verleihen". Johannes Paul II. verwies auf die vielen Kriege und Konflikte in der Welt und auf die großen Ungerechtigkeiten: "Jeden Tag erreicht mich der Schrei von Menschen aus vielen Teilen, der Welt, die um eine gerechte Verteilung der Ressourcen und um angemessene Bezahlung der Arbeit für alle bitten".
Segen "Urbi et Orbi" erteilt
Zum Abschluss der Weihnachtsbotschaft erteilte Johannes Paul II. den Segen "Urbi et orbi". Zuvor richtete er Weihnachtsgrüße in dutzenden Sprachen - darunter auch auf Deutsch - an alle Welt. Die Weihnachtsbotschaft des Papstes und der Segen "Urbi et orbi" wurden live von 67 TV-Anstalten und von vier internationalen Networks ausgestrahlt.
Strenge Sicherheitskontrollen
Alle Gottesdienstteilnehmer wurden vor Betreten der Vatikan-Basilika von Sicherheitsbeamten kontrolliert. Die italienischen und vatikanischen Sicherheitsbehörden hatten im Hinblick auf neue Informationen über mögliche Terrorakte die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft.
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