Rechtsstreit muss finanziert werden

Kampf gegen die "korrupten Geschäftspraktiken" und "Knebelverträge" der Musikindustrie: Billy Joel, Sheryl Crow und Stevie Nicks werden wie auch andere Künstler im Februar an einem Abend in Los Angeles fünf große Benefiz-Konzerte geben. Die Einnahmen der Veranstaltungen werden aber nicht für karitative Zwecke gespendet, sondern für die Finanzierung eines langwierigen Rechtsstreits mit der Musikindustrie verwendet.
Nach US-Medienberichten vom Mittwoch wird das Musik-Spektakel von der Recording Artist Coalition, einem Verband von über Hundert Musikern, darunter Elton John, die Eagles und die Dixie Chicks, organisiert. Es soll am Vorabend der Grammy-Verleihung, der wichtigsten Show der amerikanischen Musikindustrie stattfinden. Seit Monaten protestieren und prozessieren zahlreiche Künstler gegen die so genannten "Knebelverträge" der Musikindustrie. Sie werfen den großen Plattenlabels "korrupte Geschäftspraktiken" vor und fordern vom Gesetzgeber eine Neuregelung der Arbeitsbedingungen und eine Lockerung der Plattenverträge.
Knebelverträge
Die Musiker seien häufig daran gebunden, sieben Platten für eine Firma zu produzieren, bevor sie zu anderen Musikverlegern ihrer Wahl wechseln können. Solche Abkommen, die vor allem jüngeren Künstlern durch die großen Label aufgedrängt werden, seien ein Verstoß gegen das Prinzip gleichberechtigter Chancen von Vertragspartnern, macht die Recording Artists Coalition geltend.
Die im vergangenen Jahr auf Initiative von Don Henley, des einstigen Sängers und Drummers der Eagles, gegründete Vereingigung will sich mit politischen Kampagnen Gehör verschaffen. Rocksängerin Courtney Love und die Country-Band Dixie Chicks sind mit ihren Vertragspartnern bereits in bittere Prozesse verwickelt.

