Umsatz nur leicht gewachsen

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) werden ihre Gewinne im heurigen Jahr kräftig steigern. Nach vorläufigen Zahlen wird das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) heuer um ein Fünftel ansteigen. Von einer Konjunkturdelle sei bei den ÖBB nichts zu spüren. Die Ergebnisse seien ausgezeichnet, sagte ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde am Freitag vor Journalisten.
Erzielt wurde diese Ergebnissteigerung laut vorm Walde vor allem durch eine weitere Erhöhung der Produktivität. Die Erträge stiegen demgegenüber nur mäßig von 34,2 Mill. S auf 34,95 Mill. S. Die Investitionen werden heuer im Absatzbereich von 4,6 auf 5,7 Mrd. S erhöht. Auch im nächsten Jahr sollen die Investitionen auf etwa 5 Mrd. S gehalten werden. Die aktivierten Eigenleistungen werden im heurigen Jahr etwa 700 Mill. S betragen und sollen im Jahr 2002 auf 850 Mill. S steigen, wobei auch dieses Ziel vor allem durch Produktivitätssteigerung erzielt werden soll.
Die gemeinwirtschaftlichen Leistungen werden im heurigen Jahr 8,319 Mrd. S betragen, wobei 6,94 Mrd. S auf den Personenverkehr und 1,910 Mrd. S auf den Güterverkehr entfallen. Beide Bereiche entwickelten sich im Laufe des heurigen Jahres positiv. Die Personenkilometer (Reisendenzahl mal zurückgelegte Distanz) werde sich heuer um zwei Prozent erhöhen, die Tonnenkilometer (Transportvolumen mal zurückgelegte Distanz) um vier Prozent, so vorm Walde. Insgesamt befördern die ÖBB im heurigen Jahr 87,4 Mill. Tonnen Güter und 183 Mill. Fahrgäste.
Neue Triebfahrzeuge, Loks und Güterwaggons
Die geplanten Investitionen von 5 Mrd. S (363 Mill. Euro) im kommenden Jahr sollen laut ÖBB-Vorstandschef Rüdiger vorm Walde vor allem in die Erneuerung des Fuhrparks fließen. Im Personenverkehr sollen unter anderem neue Triebfahrzeuge für den Nahverkehr angeschafft werden. Zudem planen die ÖBB 2002 die Anschaffung von 70 Taurus-Loks und 7.000 neuen Güterwaggons.
Darüber hinaus soll mit 3 Mrd. S bis 2005 auch der bestehende Fuhrpark revitalisiert werden. Unter anderem werden in Personenwagen neue Vakuumtoiletten, neue Energieversorgungseinrichtungen und neue Klimaanlagen eingebaut. Außerdem werden auch Innenausstattung und Außenlackierung der Waggons erneuert, berichtete der Leiter "Technische Services" in der ÖBB, Alfred Zimmermann.
Erneuert werden im Zuge der Bahnhofsoffensive auch die Bahnhöfe der ÖBB. Die erste Phase, die die Neugestaltung der Bahnhöfe Wien Mitte, Linz, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Krems, Baden, Wiener Neustadt, Leoben und Feldkirch vorsieht, ist laut dem Leiter des Projekts, Norbert Steiner, bereits ausfinanziert. Der neue Bahnhof in Feldkirch wurde bereits in den vergangenen Tagen eröffnet. In einer zweiten Phase sollen außerdem auch Salzburg Wien Nord, West, Süd, Hütteldorf und Heiligenstadt, St.Pölten, Bruck an der Mur und Attnang-Puchheim erneuert werden. 2,5 Mrd. S sind aus dem geplanten Generalverkehrsplan für diese zweite Tranche bereist gesichert, so Steiner.
Neues Design
Bei der Restaurierung von Waggons und Bahnhöfen wollen die ÖBB bereits ein neues Design umsetzen. Wie dieses aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest und soll bis Februar 2002 im Marketingausschuss festgelegt werden. Das typische ÖBB-Rot soll laut Vorstand aber auf jeden Fall erhalten bleiben.

