Freitag, 21. Dezember 2001

SPEZIAL: Wissenswertes zum Euro-Startpaket

Die Diskussion um eine etwaige Gefahr für die Gesundheit durch die Zusammensetzung der Euro-Münzen und Scheine nimmt kein Ende: Bei einer Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins ÖKO-Test und der Financial Times Deutschland fanden die Tester "hochgiftige zinnorganische Verbindungen, die 50 mal mehr Nickel abgeben als etwa für Modeschmuck erlaubt ist". Menschen, die beruflich viel mit Münzgeld in Berührung kommen, droht ein erhöhtes Allergierisiko, befürchten Experten.

Der Präsident des Ärzteverbandes deutscher Allergologen, Thomas Fuchs, warnte: "Kassierer, Bankangestellte und Personen, die beruflich viel mit Münzgeld in Berührung kommen, haben ein erhöhtes Risiko, eine Nickel-Allergie zu entwickeln." Die Verwendung des Metalls für die 1- und 2-Euro-Münzen sei "aus allergologischer Sicht unverständlich".

Dagegen hält das deutsche Bundesfinanzministerium die Befürchtungen für unbegründet. Im Vergleich zu den DM-Münzen sei der Nickel-Gehalt um die Hälfte gesenkt worden. Der Euro sei daher "allergologisch unbedenklicher" als die Deutsche Mark. Das Ministerium rechtfertigt den Nickelgehalt mit Sicherheitsgründen: Nur dieses Metall weise elektrische und magnetische Eigenschaften auf, die für die Kontrolle der Münzen in Automaten eine Rolle spielen.

In Österreich hat es das Metall bisher nur in den 5- und 10-Schilling-Münzen gegeben. Laut der "Münze Österreich" verringert sich theoretisch die Wahrscheinlichkeit, mit nickelhältigen Münzen in Kontakt zu kommen, nach der Euro-Einführung um 40 Prozent. "Daraus folgend ist eine eindeutige Verbesserung der Situation gegeben", erklärte ein Sprecher. "Die Diskussion um den Nickel-Gehalt der Geldstücke kommt in regelmäßigen Abständen." Außerdem seien bei dem Entstehungsprozess des Euro mehrere Interessenverbände eingebunden gewesen, die auch dieses Problem vertreten hätten.

21.12.2001 15:52