Gasreserven werden um mehr als ein Drittel erweitert

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE AG hat zum zweiten Mal in dieser Woche sein Kerngeschäftsfeld Gas durch einen Zukauf gestärkt. Die RWE-DEA übernehme den britischen Gasproduzenten Highland Energy, teilte der RWE-Konzern am Donnerstag in Essen mit. Die Akquisition stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des britischen Handels- und Industrieministeriums.
Über den Kaufpreis sei beiderseitiges Stillschweigen vereinbart worden. RWE-DEA erweitere damit ihre derzeitigen Gasreserven um mehr als ein Drittel auf 47 Mrd. Kubikmeter. Zu Wochenbeginn hatte RWE den Kauf des tschechischen Ferngasbetreibers Transgas bekannt gegeben und damit den Aufstieg zur Nummer vier im europäischen Gasmarkt.
Die Übernahme des britischen Gasproduzenten sieht der Essener Konzern als Basis zum Aufbau einer entwicklungsfähigen Position bei der Suche, Förderung und Vermarktung von Gas (Upstream-Geschäft). Die nun erworbenen Felder enthielten zusätzliches Reservepotenzial. Zur Vermarktung könne RWE-DEA auf bestehende Netzanschlüsse nach Großbritannien und Kontinentaleuropa zurückgreifen. Für die bestehende Förderung gebe es bereits langfristige Lieferverträge mit Abnehmern in Großbritannien und den Niederlanden.
Highland Energy ist nach Angaben von RWE eine Upstream-Gesellschaft mit starker Ausrichtung auf das Gasgeschäft. Die Firma sei in der südlichen britischen Nordsee als Produzent an vier Feldern beteiligt und halte Beteiligungen an acht Gaslagerstätten in vier Förderregionen.
In der RWE-DEA bündelt der Essener Konzern das Upstream-Geschäft. Das Unternehmen konzentriert sich im In- und Ausland auf die Suche und Gewinnung von Erdgas. Im Inland ist die RWE-DEA im Erdgasspeichergeschäft aktiv.
Zu Wochenbeginn hatte RWE die Übernahme von 97 Prozent des Gasversorgers Transgas sowie sechs Mehrheits- und zwei Minderheitsbeteiligungen in Tschechien für insgesamt 4,1 Mrd. Euro (56,4 Mrd. S) bekannt gegeben. Bei dem drittgrößten Unternehmenserwerb in der Geschichte des Essener Konzerns nach American Water und Thames Water setzte sich RWE gegen E.ON, Ruhrgas und Gaz de France durch.

