Donnerstag, 20. Dezember 2001

Striktes Schweigen! Der Preis wird nicht verraten

Der traditionsreiche österreichische Klavierhersteller Bösendorfer hat nach 35 Jahren wieder einen österreichischen Eigentümer. Die Bawag-P.S.K. hat heute den verbindlichen Zuschlag vom US-Konzern Kimball erhalten, sagte Bawag-P.S.K.-Chef Helmut Elsner heute in Wien. Der Vertrag soll im Jänner verzeichnet werden.

Für uns handelt es sich um eine Mischung aus kultureller Aktivität und Patriotismus, so Elsner. Die Marke Bösendorfer sei ein österreichisches Kunstwerk, das nun zurückgeholt worden sei. Über den Kaufpreis sei auf Wunsch von Kimball Stillschweigen vereinbart worden. Er liege aber "im Rahmen des Firmenwerts", sagte der Bawag-P.S.K.-Chef. Den Ausschlag für die rasche Annahme des Offerts könnte die Tatsache gegeben haben, dass vom bisherigen Eigentümer keine Garantien verlangt wurden. Der Geschäftsführer Rudolf Arlt wird das Unternehmen weiterführen und sich auch privat daran beteiligen. In welcher Höhe sei noch nicht entschieden.

Kapazitäten sollen ausgeweitet werden
Bösendorfer will unter dem neuen Eigentümer die Kapazitäten im Werk von derzeit 500 Flügel pro Jahr auf 800 ausweiten, dazu seien in den nächsten Jahren Investitionen von rund 55 Mill. S notwendig, heiß es am Donnerstag weiter. Der Umsatz wird im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 (per Ende Mai) von zuvor knapp 250 auf 234 Mill. S (17 Mill. Euro) zurückgehen, der Gewinn nach Steuern wird sich von 33 auf 15 Mill. S mehr als halbieren. Im Vergleich zu den Jahren davor sei dies immer noch eine wesentliche Verbesserung des , betont Geschäftsführer Rudolf Arlt. Bösendorfer sei vom derzeitigen Konjunkturabschwung geringer betroffen als die Konkurrenten, weil wir "nicht so US-lastig sind".

In den vergangenen Jahren habe Bösendorfer angesichts seiner Qualitätsverbesserungen im Top-Segmet gute Zuwächse erzielt, betonte Arlt. Weitere Steigerungen erwartet er von den Innovationen , die bei den beiden wichtigsten Messen im Jänner und März auf den Markt gebracht werden sollen. Bösendorfer ist einer der letzte Klaviermanufakturen, in denen die Instrumenten noch weitgehend von Hand gefertigt werden. Bösendorfer beschäftigt derzeit rund 230 Mitarbeiter, zwei Drittel davon im Werk Wiener Neustadt, rund 70 in Wien. Die Eigenkapitalquote liegt bei 46,3 Prozent.

20.12.2001 14:17