Zwei Milliarden Christen feiern

Dass das Geburtsfest Jesu am 25. Dezember gefeiert wird, ist erstmals für das Jahr 336 bezeugt. Wann genau vor etwa 2.000 Jahren Jesus Christus geboren wurde, ist nicht bekannt. Auf Grund verschiedener Traditionen feiern verschiedene Kirchen an unterschiedlichen Terminen das Fest der Liebe - je nach Kalender.
Das Weihnachtsfest hat seinen Ursprung am 25. Dezember 217. Der damalige Papst, Felix I., erklärte diesen Tag zum Geburtstag von Jesus Christus. Er tat das nach Meinung vieler Historiker nicht von ungefähr, denn der 25. Dezember ist der Tag der Wintersonnenwende und mit diesem Schritt vereinte er die christliche Lehre mit den heidnischen Riten, die an diesem Tag den Frühling herbeisehnten. Aber auch einige andere Rituale der Heiden machte sich die frühchristliche Kirche zu eigen. So das ausgelassene Feiern, das zu Ehren des Gottes Saturn schon am 19. Dezember für eine Woche zelebriert wurde und das Schmücken von Bäumen, die dann zur Ehre des Sonnengottes verbrannt wurden.
Zunächst wurde am 25. Dezember gleichzeitig mit der Geburt Christi das Fest der Anbetung der Weisen begangen, das später auf den 6. Jänner verlegt wurde. Vertreter einer "Berechnungshypothese" gehen allerdings davon aus, der Termin sei vom 25. März her errechnet worden, der nach der Tradition als Tag der Empfängnis Jesu galt.
Den Vorschlag Felix' I. konnte jedoch erst Papst Liberius im Jahr 354 endgültig durchsetzen. Zum Glaubenssatz der katholischen Kirche wurde es schliesslich 381 auf dem Konzil von Konstantinopel erklärt. Die Geburt Jesu bedeutet nach christlichem Verständnis die Menschwerdung Gottes; deshalb gilt Weihnachten als Fest der Liebe.
Nach dem Bericht des Evangelisten Lukas waren es Hirten bei Bethlehem, die zuerst Nachricht von der Geburt Jesu erhielten. Ihnen erzählte ein Engel von dem Ereignis "in der Stadt Davids". "Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt." In der knapp zehn Kilometer von Jerusalem entfernten Stadt Bethlehem steht seit dem 4. Jahrhundert die Geburtsbasilika, eine der eindrucksvollsten Kirchenbauten Konstantins des Großen.
Verschiedene Kirchen, verschiedene Termine
Auf Grund unterschiedlicher Traditionen feiern Christen verschiedener Kirchen an anderen Terminen. Katholiken, Protestanten und ein Teil der Orthodoxie begehen Weihnachten am 25. Dezember nach dem Gregorianischen Kalender, während sich ein anderer Teil der Orthodoxie für den 25. Dezember nach dem Julianischen Kalender entschieden hat. Das entspricht dem 6. Jänner nach dem Gregorianischen.
Gespaltene Orthodoxie
Der Julianische Kalender gilt für die orthodoxen Kirchen von Jerusalem, Russland, Serbien, Polen, Tschechien, der Slowakei, Georgiens und der Ukraine sowie für einige altorientalische Kirchen. Die orthodoxen Kirchen von Konstantinopel, Alexandrien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und die syrisch-orthodoxe Kirche orientieren sich dagegen am Gregorianischen Kalender.
Der 6. Jänner als Gedenktag der Geburt Jesu und der Anbetung der Weisen ist erstmals für das Jahr 361 aus Paris und für das Jahr 426 aus der orientalischen Kirche überliefert. Verschiedentlich wurde zugleich die Taufe Jesu im Jordan gefeiert.

