Dienstag, 18. Dezember 2001

Weihnachtsumsatz beträgt 20 Milliarden S

Wie läuft das Weihnachtsgeschäft 2001? "Das Christkind ist großzügig..." fasst der zufriedene Erich Lemler, Obmann der Sektion Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, die bisherigen Shopping-Aktivitäten der emsigen Christkindeln zusammen. Pro-Kopf-Budget: rund 2.900 Schilling. Insgesamt fast 20 Milliarden Schilling!

Seit Jahren schon geben die Österreich rund 2.900 S für diverse Präsente aus. Der Großteil der im Weihnachtsgeschäft ausgegebenen Milliarden (Mehrumsatz im Dezember gegenüber dem Durchschnitt der anderen Monate) fließen in
+ den Elektrohandel (2,3 Mrd. S),
+ den Lebensmittelhandel (2,3 Mrd. S),
+ den Textilhandel (1,9 Mrd. S ),
+ den Möbelhandel (1,5 Mrd. S) und
+ in den Sportartikelhandel.

Weihnachtsgeschäfte: bisher nominelles Plus von 1%
Die Rezession in den USA und die Konjunkturverlangsamung in Deutschland schlage noch nicht auf den österreichischen Einzelhandel durch. Inklusive 3. Adventsamstag und 8. Dezember habe das Weihnachtsgeschäft im Durchschnitt ein nominelles Plus von 1 Prozent gebracht. Für das Gesamtjahr geht der Handel davon aus, dass das Vorjahresniveau von 19,7 Mrd. S (1,43 Mrd. Euro) gehalten werden kann, so Peter Voithofer, Handelsexperte im Institut für Gewerbe- und Handelsforschung.

Der "Spitzentag" war der 8. Dezember
Heuer fiel der 8. Dezember auf einen Samstag. Dieser Tag brachte ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr von 26 Prozent. Angelaufen war das Weihnachtsgeschäft eher schleppend, nachdem der erste Einkaufssamstag heuer bereits auf den 24. November fiel (minus 13 Prozent). Am ersten wirkliche Adventsamstag am 2. Dezember und am dritten am 15. Dezember stagnierten die Umsätze.

Die Shopping-Gewinner im Vorjahresvergleich
+ der Schuhhandel mit plus 6 Prozen,
+ der Bekleidungshandel mit plus 3 Prozent (vielleicht auch verursacht durch die herrschende Kälte),
+ eurotaugliche Geldbörsen bescherten den Lederwarenhändlern ein plus von 3 Prozent
+ der Buchhandel mit einem Plus von 3 Prozent, der vom Harry-Potter-Boom profitiert.

Die Shopping-Verlierer im Vorjahresvergleich
+ Minus 4 Prozent verzeichnet bisher der Lebensmittelhandel,
+ Minus 3 Prozent melden der Elektro- und Fotohandel trotz guter Verkäufe bei DVD-Geräten und Digitalkameras. Grund: Vermutlich der abflauende Handyboom,
+ Minus 2 Prozent meldet der Uhren- und Schmuckhandel,
+ Leicht rückläufig war bisher auch das Geschäft mit Gutscheinen. Wobei sie als "Notgeschenke" in letzter Sekunden noch stark aufholen könnten, meinte Lemler.

Die Erwartungen, dass vor der Euro-Umstellung große Mengen Schwarzgeld in Luxusartikel fließen könnten, seien völlig überzogen gewesen, sagt Voithofer. "Ich hätte dem Handel gewünscht, dass die Schätzungen von 20 bis 30 Mrd. S richtig sind, das hätte eine Verdoppelung des Weihnachtsgeschäfts bedeutet."

18.12.2001 13:42