Dienstag, 18. Dezember 2001

Inflation sank im November auf 2,0 (2,5) Prozent

Die Inflation ist in Österreich im November deutlich gesunken. Mit 2,0 Prozent Teuerungsrate im Jahresabstand lag der Preisanstieg um rund einen halben Prozentpunkt unter den Werten der vergangenen Monate. Im Oktober lag der Verbraucherpreisindex (VPI) noch 2,5 Prozent über dem Vorjahrswert, im September 2,6 Prozent. Stark billiger wurden Treibstoffe, während teurere Nahrungsmittel für ein Viertel des VPI-Anstiegs verantwortlich waren. Gesunken ist auch die Inflationsrate der Eurozone.

Im Vergleich zum Vormonat Oktober verringerte sich das Preisniveau im November um 0,2 Prozent, gab die Statistik Austria am Dienstag bekannt. Der für die Währungsunion maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs lag im November mit 1,9 Prozent im Jahresabstand ebenfalls deutlich unter den vergangenen Monaten. Im Oktober hatte er 2,3 und im August sowie im September 2,5 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat Oktober blieb der HVPI unverändert.

Nahrungsmittel teurer als im Vorjahr
Für den Anstieg des heimischen VPI gegenüber dem Vorjahr (November 2000) verantwortlich war zu einem Viertel der Bereich Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+3,8 Prozent; Pressschinken +8 Prozent, Schweineschnitzel +11 Prozent) und zu je einem Achtel die Bereiche Erziehung und Unterricht (+30,7 Prozent, darin ist die Studiengebühr enthalten) und sonstige Waren und Dienstleistungen (+2,7 Prozent; private Krankenversicherung +4 Prozent, Teilkaskoversicherung +10 Prozent).

Computer gut ein Drittel billiger
Die größten Preissenkungen im Jahresabstand gab es wie schon im Vormonat bei Datenverarbeitungsgeräten (-33 Prozent) und bei Kraftstoffen und Schmiermitteln (-14 Prozent). So gaben etwa die Preise für Computer um 40 Prozent nach, für Dieseltreibstoff um 16 Prozent sowie für Super- und Normalbenzin um jeweils 14 Prozent.

Der endgültige Indexstand des Monats Oktober 2001 wurde - bedingt durch Datenaktualisierungen bei medizinischen Dienstleistungen (-10 Prozent) und bei den Studiengebühren (+1574 Prozent) - auf 103,2 und damit die Inflationsrate auf 2,5 Prozent revidiert. Für den Berichtsmonat November beträgt der VPI (2000=100) vorläufig 103,0.

Reisen wurde billiger
Im Vergleich zum Vormonat (Oktober 2001) gab es die größten Preissenkungen in den Bereichen Freizeit und Kultur (-1,1 Prozent), Verkehr (-0,3 Prozent) und alkoholfreie Getränke (-0,3 Prozent).

Bei "Freizeit und Kultur" waren Verbilligungen bei Pauschalreisen (-3,1 Prozent) und bei Geräten für Audiovision, Fotografie und Datenverarbeitung (-3,5 Prozent) zu beobachten. Im Verkehrssektor sank von Oktober auf November das mittlere Preisniveau von Kraftstoffen und Schmiermitteln weiter (-2,6 Prozent).

Bei Nahrungsmitteln waren vor allem Obst (-3,2 Prozent) und Kaffee, Tee und Kakao (-3,0 Prozent) für die Preissenkungen verantwortlich.

Preissteigerungen beim Wohnen
Geringe Preissteigerungen gegenüber dem Vormonat (Oktober 2001) gab es im Bereich Wohnen, Wasser und Energie (+0,2 Prozent) und im Bereich Bekleidung und Schuhe (+0,3 Prozent). Im Bereich Bekleidung und Schuhe begründeten laut Statistik Austria vor allem die Bekleidungsartikel (+0,3 Prozent) die Preissteigerungen.

Der Index ohne Saisonwaren legte im November im Jahresabstand wie der Gesamtindex um 2,0 (nach 2,3) Prozent zu, im Monatsabstand gab es einen Rückgang um 0,1 Prozent. Der Index der Saisonwaren erhöhte sich im Jahresabstand um 2,5 (10,4) Prozent, im Vergleich zum Vormonat Oktober ging er sogar deutlich um 2,6 Prozent zurück.

Inflationsrate der Eurozone auf 2,1 Prozent gesunken
Die Inflationsrate der Eurozone (HVPI) ist im November auf 2,1 Prozent gesunken, nach 2,4 Prozent im Oktober. Vor einem Jahr, im November 2000 lag sie noch bei 2,9 Prozent, teilte Eurostat (EU-Amt für Statistik) am Dienstag mit. Auch in der EU15 ist die Teuerungsrate von 2,2 Prozent im Oktober auf 1,8 Prozent im November gesunken, so Eurostat. Vor einem Jahr betrug die Rate noch 2,6 Prozent.

Die niedrigste Teuerungsrate in der EU hatten in November Großbritannien (0,8 Prozent) vor Frankreich (1,3 Prozent) und Luxemburg (1,4 Prozent). Österreich lag mit 1,9 Prozent (HVPI) knapp über dem EU-Durchschnitt - aber unter der mittleren Teuerung der Eurozone - und an siebenter Stelle der 15 EU-Staaten. Die höchsten Teuerungsraten gab es in Irland (3,4 Prozent) Portugal (4,1 Prozent) und den Niederlanden (4,8 Prozent)

18.12.2001 10:09