15 Prozent in bar, Rest als Amgen-Aktien
Die Fusionswelle in der amerikanischen Biotechnologie-Branche geht weiter. Der weltweit Branchengrößte, Amgen, baut mit der 16 Mrd. Dollar (17,7 Mrd. Euro/244 Mrd. S) teuren Übernahme der US-Firma Immunex seine Spitzenposition aus, teilten beide Gesellschaften am Montag mit. Die Immunex-Aktionäre erhalten 15 Prozent des Kaufpreises in bar und 85 Prozent als Amgen-Aktien.
Die rasant wachsende Immunex bringt das Medikament Enbrel für die Behandlung von rheumatischer Arthritis mit in die Ehe, das es bis zum Jahr 2005 auf einen Umsatz von mehr als drei Mrd. Dollar bringen dürfte. Amgen will durch den Immunex-Kauf 2002 einen Umsatz von 5,5 Mrd. Dollar und einen Gewinn von mehr als 1,5 Mrd. Dollar verbuchen.
Amgen mit Sitz in Thousand Oaks (Kalifornien) machte bisher den größten Teil seines Umsatzes mit den Medikamenten Epogen für die Behandlung von Blutarmut und Neupogen gegen Infektionskrankheiten. Die Gesellschaft hat auch die Zulassung für Kineret erhalten, das ebenfalls zur Behandlung rheumatischer Arthritis verwendet wird. Kineret liegt aber weit hinter Enbrel zurück.
Amgen will seinen Produktabsatz-Zuwachsraten durch den Immunex-Erwerb in den kommenden fünf Jahren jährlich vom unteren 20-Prozent- auf den unteren 30-Prozent-Bereich erhöhen. Der Gewinn pro Aktie werde im mittleren 20-Prozent-Bereich zulegen, prognostizierte die Gesellschaft.
"Wir sind fest davon überzeugt, dass Enbrel als das am schnellsten wachsende biologische Medikament seinen Höhepunkt von drei Mrd. Dollar oder mehr Jahresumsatz erreichen wird", betonte Amgen- Konzernchef Kevin Sharer. Amgen wolle die Enbrel-Produktion und den Vertrieb rasch ausbauen, um die starke Nachfrage zu decken. Das erste Werk in Rhode Island sei fertig, und Amgen wolle auch ein zweites Werk fertig stellen. Amgen wird auch seine Produktpalette mit anderen Immunex-Medikamenten und in der Entwicklung befindlichen Arzneimitteln für Krebs- und Entzündungs-Krankheiten ausbauen.
Zur Zeit läuft die Fusionswelle in der Biotech-Branche auf Hochtouren. Das amerikanische Biotechnologie-Unternehmen Millennium Pharmaceuticals übernimmt die US-Pharmafirma Cor Therapeutics für zwei Mrd. Dollar. Die US-Biopharma-Gesellschaft Cephalon will die französische Pharmafirma Lafon für 450 Mill. Dollar in bar kaufen.
Der amerikanische Biotech-Konzern MedImmune Inc. übernimmt die US- Impfstoffhersteller Aviron im Zuge eines Aktientauschs für 1,5 Mrd. Dollar. Der US-Pharmariese Johnson & Johnson hatte sich in diesem Jahr die Biotechfirma Alza Corporation für zwölf Mrd. Dollar einverleibt.

