Pranger mit Startnummer 33 Sechster

Das letzte alpine Weltcup-Rennen vor Weihnachten hat am Samstag im vierten Saison-Slalom den vierten Sieger gebracht. Der Franzose Jean-Pierre Vidal feierte im slowenischen Ski-Ort seinen ersten großen Erfolg, 75/100 vor Weltmeister Mario Matt. Der Tiroler ging damit im Spezial-Weltcup in Front. Dritter des Rennens wurde Ivica Kostelic (CRO/+0,92).
Gut schlug sich Manfred Pranger als ex-aequo-Sechster (+1,48). Bode Miller und Benjamin Raich waren im ersten Lauf ausgeschieden.
Raich stellte aber ein weiteres Mal seine gute Form unter Beweis. Nach seinen Riesentorlauf-Rängen zwei und eins an den Vortagen markierte er im dichten Stangenwald die zweitbeste Zwischenzeit hinter Miller, ehe er von der Piste rutschte. Dem Pitztaler fehlt im Slalom bloß die Konstanz. ÖSV-Technik-Trainer Gert Ehn war mit seinem Spitzen-Duo auch zufrieden: "Sie sind absolut in der Weltspitze."
Im Steilhang verloren
Matt war mit seinem Ergebnis nicht unglücklich, auch wenn er nach Lauf eins noch 55/100 voran gelegen war. Aber im Steilhang ließ er die entscheidende Zeit auf Vidal liegen. "Es ist ungewöhnlich, dass ich da so viel verloren hab'. Aber mit Lauf eins kann ich zufrieden sein. Im zweiten wollte ich ebenso aggressiv fahren, vor dem Zielhang hab' ich aber einen Fehler gemacht." Damit waren beim 22-Jährigen Rhythmus, Schwung und Aggressivität weg.
Dichte im Slalom immer größer
Besonders viel wiegt der erneute Spitzenrang Matts, da die Dichte im Torlauf immer größer wird. Diesmal waren gleich Läufer aus zehn Nationen unter den Top 15 vertreten, auch eine Konsequenz der Material-Revolution. Erfreulich, dass mit Manfred Pranger (Startnummer 33) auch ein junger Österreicher dabei war. "Er ist wirklich ordentlich gefahren", so Ehn. Die immer kürzer werdenden Skier bringen jedenfalls immer neue Läufer an die Spitze vor.
Sykora stellt Sinnfrage
Einige Österreicher haben mit dieser Entwicklung aber Probleme. Die größten gibt es wohl bei Thomas Sykora, was nach seiner dreijährigen Verletzungspause auch nicht verwunderlich ist. Nach Platz 42 im ersten Heat verließ der Göstlinger aber wutentbrannt das Zielgelände und stellte sich sogar die Sinnfrage. Da bedarf es wohl einer "Spezial-Behandlung" durch das ÖSV-Trainerteam, soll es der 33-Jährige beim nächsten Torlauf am 6. Jänner in Adelboden noch einmal probieren.
Probleme mit dem Material
Aber auch Rainer Schönfelder, Michael Walchhofer und Kilian Albrecht klagen über das Material. Schönfelder wechselte noch vor dem Rennen auf seine 1,64-m-Latten, da er im Training mit den 1,55-m-Skiern zwei Mal gestürzt war. Walchhofer ist zwar in der Abfahrt top, im Slalom qualifizierte er sich aber wieder nicht für die Entscheidung und Albrecht entschloss sich am Donnerstag überhaupt zum Marken-Wechsel von Head zu Nordica. Mit Rang 23 konnte er auch nicht zufrieden sein. "Es ging recht gut, ich kann es aber noch nicht über einen ganz Lauf durchziehen."
Über Weihnachten wird analysiert
Das ÖSV-Team wird die aktuelle Situation nun bei Video-Analysen und Training nach Weihnachten analysieren, einige Läufer werden am nächsten Samstag einen Einladungs-Slalom in Sestriere bestreiten. "Aber es scheint so, dass wir im Steilen einiges aufzuholen haben", meinte Ehn. Mit dem Kranjska-Gora-Abschneiden zeigte sich ÖSV-Herrenchef Toni Giger jedoch zufrieden: "Wir waren in jedem der drei Rennen zumindest Zweite."
Ein überglücklicher Vidal
Freuen durfte sich natürlich auch Vidal. Der 24-Jährige startete erst in dieser Saison im Weltcup so richtig durch, war im zweiten Aspen-Torlauf schon Dritter, in Madonna Vierter. Als bisher größte Erfolge hatte er die nationalen Meistertitel in Slalom und Riesentorlauf. "Ich bin überglücklich. Ich habe viel riskiert und in der unteren Hälfte der Piste noch forciert", so Vidal nach dem Sieg.
Leidenszeit vergessen
Mit dem Erfolg ist auch seine frühere Leidenszeit vergessen. Im Frühjahr 1999 hatte er sich bei den französischen Meisterschaften Kreuzbandrisse in beiden Knien zugezogen und war lange im Rollstuhl gesessen. Nun zählt er zu den ersten Kandidaten auf den Gewinn von Olympia-Gold.
| Ergebnisse Weltcup-Slalom Kranjska Gora |
| 1. | Jean-Pierre Vidal | FRA | 1:42,48 Min. | |
| 2. | Mario Matt | AUT | + 0,75 Sek. | |
| 3. | Ivica Kostelic | CRO | + 0,92 | |
| 4. | Mitja Kunc | SLO | + 1,30 | |
| 5. | Pierrick Bourgeat | FRA | + 1,38 | |
| 6. | Giorgio Rocca | ITA | + 1,48 | |
| . | Manfred Pranger | AUT | + 1,48 | |
| 8. | Kalle Palander | FIN | + 1,68 | |
| 9. | Jean-Philippe Roy | CAN | + 1,70 | |
| 10. | Tom Stiansen | NOR | + 1,73 | |
| 11. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | + 1,82 | |
| 12. | Sebastien Amiez | FRA | + 1,99 | |
| 13. | Harald Strand-Nilsen | NOR | + 2,04 | |
| 14. | Markus Ganahl | LIE | + 2,17 | |
| 15. | Urs Imboden | SUI | + 2,20 | |
| | | | ||
| | Weiter: | | ||
| 21. | Rainer Schönfelder | AUT | + 2,45 | |
| 23. | Kilian Albrecht | AUT | + 2,59 | |
| 26. | Florian Seer | AUT | + 2,80 | |
| 28. | Pierre Egger | AUT | + 2,90 | |
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| | Nicht für den 2. Durchgang qualifiziert: | | ||
| 42. | Thomas Sykora | AUT | 56,91 Sek. |
Ausgeschieden im 2. Durchgang:
Thomas Grandi (CAN)
Ausgeschieden im 1. Durchgang:
Benjamin Raich, Michael Walchhofer, Kurt Engl (alle AUT), Bode Miller (USA), Jure Kosir (SLO)
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