Eberharter baute Weltcup-Führung aus

Der Tiroler Benjamin Raich ist am Donnerstag im Weltcup-Riesentorlauf in Kranjska Gora nur von Fredrik Nyberg geschlagen worden. Der weiterhin von starken Rückenschmerzen geplagte Slalom-Vizeweltmeister wurde in Slowenien mit 0,25 Sekunden Rückstand auf den 32-jährigen Schweden Zweiter. Rang drei ging an Lokalmatador Uros Pavlovcic, der sich mit Laufbestzeit im Finale vom 15. auf den dritten Rang verbesserte. Er erreichte damit das mit Abstand beste Weltcup-Resultat seiner Karriere.
"Dieser zweite Platz ist eine absolute Sensation", betonte Raich nach seinem ersten Stockerlplatz in dieser Saison. "Natürlich habe ich bis zum Schluss mit dem Sieg spekuliert, aber angesichts meiner Kreuzbeschwerden habe ich zuletzt noch immer nur extrem wenig trainieren können und eigentlich mehr Zeit bei Dr. Andreas Lotz in Innsbruck verbracht." Deshalb ist ÖSV-Techniktrainer Rainer Gstrein sicher: "Wenn der Benni wieder fit ist, dann siegt er wieder im Slalom und Riesentorlauf."
Benni ist zufrieden
Doch auch nach Rang zwei zog Raich ein überaus zufriedenes Zwischenresümee. "So gut wie in diesem Jahr war ich bisher im Dezember noch nie", erklärte der Pitztaler, der ja immer erst ab Jänner seine Hochform erreicht, und meinte mit einem Augenzwinkern. "Wenn sich der Trend fortsetzt, dass ich mit so wenig Training, so gute Ergebnisse herausfahre, dann trainiere ich im kommenden Jahr überhaupt nichts mehr."
Steff mit Fehlern
Weltcup-Spitzenreiter Stephan Eberharter war dagegen mit dem Abschneiden im Ersatzrennen von Aspen nicht sonderlich glücklich. "Natürlich habe ich auch zu viele Fehler gemacht, aber der zweite Lauf war sehr unruhig gesteckt, und auch die Sicht ist immer schlechter geworden", erzählte der Tiroler. "Es wäre gut gewesen, wenn man auch hier wie in Abfahrt und im Super G mit blauer Lebensmittelfarbe zur Streckenmarkierung gearbeitet hätte."
Führung im Gesamtweltcup ausgebaut
Doch der Blick auf die Gesamtwertung fiel für "Steff" dann erfreulicher aus, hat er doch den Vorsprung weiter ausgebaut und liegt nun schon 211 Zähler vor dem US-Amerikaner Bode Miller, der in Kranjska Gora nicht über Rang 16 hinauskam. "Wenn ich mir den Gesamtweltcup anschaue, habe ich heute ja nichts auf meine Konkurrenten verloren", lautete der etwas zurückhaltende Kommentar von Eberharter. "Aber man darf nicht glauben, dass Miller jetzt ein Tief hat. Der kann morgen schon wieder gewinnen. Er ist immer extrem gefährlich."
Gruber verpatzte zweiten Lauf
Neben dem Amerikaner war auch der Franzose Fredric Covili unzufrieden, der nach den Rängen eins, zwei und eins diesmal mit dem neunten Platz vorlieb nehmen musste, aber trotzdem seine Führung im Spezialweltcup behielt. Christoph Gruber, nach dem ersten Durchgang hinter Nyberg noch Zweiter, verpatzte diesmal seinen zweiten Lauf und fiel auf den zehnten Platz zurück.
Trainer freut sich über Podestplatz
Dennoch war ÖSV-Techniktrainer Gert Ehn mit dem Ergebnis des ersten der beiden Riesentorläufe in Slowenien sehr zufrieden. "Eberharter, Gruber, Christian Mayer (13.) und Hans Knauß (23.) haben zwar mit zu vielen Fehlern bessere Platzierungen vergeben, doch man hat gesehen, dass wir in dieser für uns schwierigsten Disziplin, in der ja zuletzt unsere Weltcup-Serie von 41 Stockerlplätzen in Folge gerissen ist, gleich wieder auf dem Podest stehen."
"Freddy" hat es geschafft
Ehn und seine Schützlinge freuten sich so wie der restliche Weltcup-Zirkus über den Sieg von Nyberg. Der Schwede, der zu den WM-Favoriten in St. Anton gezählt hätte, war ja vor elf Monaten beim Einfahren in Kitzbühel in einen Bach gestürzt und hatte neben einer Gehirnerschütterung einen Kreuzbandriss im rechten sowie einen Seitenbandriss und einen Einriss des Kreuzbandes im linken Knie erlitten. Doch dank österreichischer Hilfe - die Operation erfolgt im Sanatorium von Dr. Christian Schenk in Schruns und die Rehabilitation im Olympiastützpunkt Obertauern - ist "Freddy" nicht einmal ein Jahr später schon wieder der Alte und damit ein Medaillenkandidat bei den Winterspielen in Salt Lake City.
| RTL-Ergebnisse Kranjska Gora - Endstand |
| 1. | Fredrik Nyberg | SWE | 2:01,66 Min. | |
| 2. | Benjamin Raich | AUT | + 0,25 Sek. | |
| 3. | Uros Pavlovic | SLO | + 0,34 | |
| 4. | Didier Cuche | SUI | + 0,39 | |
| 5. | Sami Uotila | FIN | + 0,67 | |
| 6. | Thomas Grandi | CAN | + 0,80 | |
| 7. | Alessandro Roberto | ITA | + 0,92 | |
| 8. | Stephan Eberharter | AUT | + 1,09 | |
| 9. | Frederic Covili | FRA | + 1,12 | |
| 10. | Christoph Gruber | AUT | + 1,13 | |
| . | Vincent Millet | FRA | + 1,13 | |
| 12. | Josef Strobl | AUT | + 1,17 | |
| 13. | Christian Mayer | AUT | + 1,27 | |
| 14. | Joel Chenal | FRA | + 1,47 | |
| 15. | Jeff Piccard | FRA | + 1,50 | |
| | | | ||
| | weiter: | | ||
| 23. | Hans Knauß | AUT | + 2,04 | |
| 26. | Andreas Schifferer | AUT | + 2,25 |
Ausgeschieden
Im 2. Durchgang: Bjarne Solbakken (NOR), Cristian Simari Birkner (ARG), Jean-Pierre Vidal (FRA)
Im 1. Durchgang u.a.: Kalle Palander (FIN), Lasse Kjus (NOR), Paul-Casey Puckett (USA), Steve Locher (SUI)
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