Montag, 17. Dezember 2001

Dorfmeister dominiert Gesamtweltcup

Neun von 37 Weltcup-Bewerben haben die Skidamen im Olympia-Winter absolviert. Das ÖSV-Team hat bisher einen Sieg durch Michaela Dorfmeister im Auftakt-Riesentorlauf in Sölden und insgesamt acht Stockerlplätze erreicht, eine Bilanz, die ÖSV-Cheftrainer Karl Frehsner positiv stimmt: "Im Grunde bin ich zufrieden mit der bisherigen Saison, auch die beiden Frankreich-Rennen sind gut verlaufen - der Super G war wegen des starken Teamergebnisses ein gutes Rennen, im Riesentorlauf war's vom Ergebnis her nicht so gut, aber auf jeden Fall stimmt die Richtung hier ebenfalls."

Bei Michaela Dorfmeister stimmt dagegen nicht nur die Richtung, führt sie doch im Gesamtweltcup bereits mit 116 Punkten Vorsprung. "Professionalität, Hartnäckigkeit und Stabilität" sind laut Frehsner die Stärken der 28-jährigen Niederösterreicherinnen, die heuer bisher nie schlechter als Siebente war. "Die Michaela überlässt nichts dem Zufall. Sie gibt sich nicht zufrieden, dass sie jetzt an der Spitze steht, sondern analysiert auch, warum das so ist. Damit legt sie jetzt schon die Grundlage dafür, dass sie dann im Falle eines Tiefs, dieses wieder schnell überwinden kann."

Meissnitzer auf gutem Weg
Neben Weltcup-Spitzenreiterin Dorfmeister, die am Sonntag Dritte wurde und sich weiter in absoluter Hochform befindet, war Frehsner im Riesentorlauf noch von Alexandra Meissnitzer angetan, die sich langsam, aber sicher nach ihrer schweren Knieverletzung wieder den Podestplätzen nähert. "Sie ist wirklich auf einem sehr guten Weg, wie der sehr gute erste Lauf gezeigt hat. Sie muss jetzt nur Geduld haben", analysierte Frehsner.

Frehsner beruhigt
"Meisis" Rückfall im Finale der besten 30 vom fünften auf den zehnten Platz beunruhigte den Steirer ("Der zehnte Rang ist eigentlich sensationell, wenn man bedenkt, was die Meisi alleine technisch aufholen muss") ebenso wenig wie der Ausfall von Renate Götschl oder das derzeitige Formtief von Brigitte Obermoser. "Wenn eine soviel wie die Renate riskiert, ist man immer nah am Ausfall. Doch in einem der nächsten Rennen wird sich das Blatt für sie sicher wenden und dann ist sie wieder voll da. Wenn sie durchkommt, kann sie in allen Disziplinen unter die Top fünf kommen. Und auch die Leistungen von Gitti sind kein Grund zur Panik. Solche Rückfälle sind normal. Und wenn man die überwindet, dann ist man noch stärker als zuvor."

Nachwuchs gibt Anlass zur Hoffnung
Grund zur Freude geben ihm derzeit aber vor allem die jungen Läuferinnen, die meist im Trubel um Dorfmeister untergehen. "Wenn zum Beispiel die Astrid Vierthaler unter die ersten 30 kommt, dann ist das für die Medien manchmal vielleicht nicht einmal erwähnenswert, doch mit solchen Leistungen erfüllt sie unsere Vorgaben zur vollsten Zufriedenheit. Und wenn die Jungen dann über mehr Weltcup-Erfahrung verfügen, dann sieht man ja was rauskommt", erinnerte Frehsner an das tolle Slalomresultat in Copper Mountain, wo Christine Sponring als Zweite und Carina Raich als Dritte aufs Stockerl fuhren. "Und ich bin mir sicher, dass sie dann mit der nötigen Erfahrung, die man im Laufe seiner Karriere erst sammeln muss, konstant vorne reinfahren werden."

17.12.2001 13:50