Alle drei Ösi-Klubs im guten Mittelfeld

Die drei Österreicher-Klubs der deutschen Fußball-Bundesliga sind nach 18 Runden und vor der bis 26. Jänner währenden Winterpause im gesicherten Mittelfeld platziert. Die Münchner Löwen brüllen mit Platz acht und 27 Punkten am lautesten, auch die "Wölfe" aus Wolfsburg (Neunter mit 25 Zählern) wurden in jüngerer Zeit immer bissiger und der Hamburger SV gehört als Elfter (20 Punkte) ebenfalls der "Mitte" an.
Nicht zu vergessen ist natürlich der SV Werder Bremen, der nach seiner Erfolgsserie nach schwachem Start auf Rang drei vorstieß und mit drei Zählern Rückstand auf das Spitzenduo Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund sogar noch gut im Titelrennen liegt. Leider ohne "Denkmal" Andreas Herzog, der zunächst auf die Bank verbannt und dann überhaupt ausgemustert wurde, auf der Suche nach einem neuen Klub aber bisher erfolglos blieb, was im Fall einer erwünschten Rückkehr zu Rapid an seinen für österreichische Verhältnisse wohl nicht gerade bescheidenen Gehaltsforderungen seine Ursache hatte.
Fünf Auswärtssiege
Das 3:1 am Mittwoch in Kaiserslautern bedeutete für den TSV 1860 München bereits den fünften Auswärtssieg in dieser Saison und die Fortsetzung der jüngeren Erfolgsserie von sieben Spielen (einschließlich zwei Pokaltreffen) ohne Niederlage. Auch wenn sich Lauterns Trainer Andreas Brehme nach der ersten Heimniederlage im Herbst über den Schiedsrichter heftig beschwerte ("Normal müsste man ihn aus dem Verkehr ziehen"), verdient war der Sieg der "Blauen" gegen die diesmal zahmen "Roten Teufel" allemal. "Wir waren die klar bessere Mannschaft", stellte Peter Pacult zu Recht fest und gratulierte Häßler, Cerny und Co zu "dieser Topleistung".
Positive Pacult-Bilanz
Die Bilanz des Wieners als Cheftrainer der Löwen kann sich auch sehen lassen: Fünf Siege bei einem Remis und drei Niederlagen (Torverhältnis 15:12) in neun Bundesliga-Spielen, außerdem Einzug ins Pokal-Viertelfinale (auswärts gegen den Sieger aus Hannover/Leverkusen) nach Erfolgen gegen Mönchengladbach und VfB Stuttgart. Der mit dem Lorant-Nachfolger "hochzufriedene" Präsident Karl-Heinz Wildmoser, für den ein "einstelliger Tabellenplatz schon wegen der Fernsehgelder wichtig ist". Seine nächste Aufgabe ist nun die Weiterverpflichtung des nach wie vor genialen Mittelfeld-Strategen Thomas Häßler, wobei es wohl vor allem ums liebe Geld geht.
Triumph-Geheul der Wölfe
Doch nicht nur die Löwen auch die Wölfe trumpften am Mittwoch groß auf. Ihr Opfer war immerhin Herbstmeister Leverkusen, der in Wolfsburg fast Rang eins und damit den ebenso inoffiziellen Titel eines Winterkönigs an die Dortmunder Borussen verloren hätte. Denn im Regen- und Morastmatch hätte die Bayer-Elf, die schließlich mit 1:3 hochverdient verlor, noch einige Tore mehr kassieren können. Didi Kühbauer, der eine starke Vorstellung ablieferte, war als Vorbereiter an den ersten zwei Toren beteiligt, dem Kroaten Tomislav Maric gelang zum vierten Mal in Folge ein Doppelpack, womit er in der Schützenliste mit neun Treffern ex aequo auf Rang drei liegt.
Leverkusen "am Zahnfleisch"
Für die "auf dem Zahnfleisch" gehenden Leverkusener war die Erkenntnis nach dem Ausfall von fünf Stammspielern ernüchternd, "dass die Qualität nach hinten abbricht", wie Trainer Klaus Toppmöller frustriert feststellte.
Hochspannung im Frühjahr
Der Kampf um den Titel, um die Champions League und UEFA-Cup-Plätze verspricht jedenfalls Hochspannung pur. Die ersten fünf Mannschaften liegen innerhalb von fünf Punkten, wobei der zuletzt schwer enttäuschende Titelverteidiger Bayern München (sechs Spiele sieglos) als Fünfter ja auch noch nicht abgeschlagen ist. Unter den letzten fünf Mannschaften befinden sich durchwegs Aufsteiger aus diesem und dem vergangenen Jahr, wobei St. Pauli schon etwas abgeschlagen ist.
Ergebnisse der 18. Runde
Hamburger SV - Energie Cottbus 5:2 (0:1)
Bayern München - Borussia Mönchengladbach 0:0
Hertha BSC - FC St. Pauli 2:2 (0:0)
1. FC Nürnberg - Borussia Dortmund 2:2 (0:0)
Werder Bremen - SC Freiburg 3:2 (1:1)
VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen 3:1 (1:0)
1. FC Köln - VfB Stuttgart 0:0
1. FC Kaiserslautern - TSV 1860 München 1:3 (0:0)
Hansa Rostock - FC Schalke 1:3 (0:2)
