"Max Machine" freut sich auf Moskau

Mit seiner Goldmedaille über 200 m Brust bei der Kurzbahn-EM in Antwerpen sorgte Maxim Podoprigora für das Highlight im österreichischen Schwimm-Team. Doch der 23-Jährige hat noch größeres vor: Bei der kommenden Weltmeisterschaft im April in Moskau soll der Weltrekord fallen. Sein Trainer Andrzej Szarsynski verrät: "Glauben Sie mir, da kommt noch viel mehr. Nur Max und ich wissen, wozu er wirklich imstande ist."
Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein. Dieses Motto trifft auf Kurzbahn-Europameister Maxim Podoprigora zu, der nach seinem historischen Titelgewinn über 200 m Brust am Sonntag in Antwerpen mit ironischem Unterton meinte: "Eigentlich kann man auch mit Gold zufrieden sein." Aber bekanntlich steckt auch in der Ironie mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Denn ursprünglich hatte "Max" ja in Belgien gleich mehrere Kapitel VÖS-Geschichte schreiben wollen.
Nur Verkühlung verhinderte Rekord
"Hätte mich nicht die Verkühlung gestoppt, dann wäre ich hier sicher Europarekord geschwommen, wahrscheinlich sogar Weltrekord", betonte Podoprigora nach Österreichs erster Herren-EM-Goldmedaille im Schwimmen, die er ohne gezielte Vorbereitung geholt hatte. Aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben. "Ich werde versuchen, das hier Versäumte im April in Moskau bei der Kurzbahn-WM nachzuholen."
1,39 Sekunden fehlen noch
Mit seiner neuen Rekordmarke von 2:07,79 Minuten, die er auf dem Weg zum lang ersehnten Gold erzielte, blieb der 23-jährige Dolmetsch-Student nur um 21/100 über dem Europarekord des Franzosen Stephane Perrot, der am 17. Dezember des Vorjahres in Valencia nach 2:07,58 angeschlagen hatte. Der Weltrekord des US-Amerikaners Ed Moses lautet seit dem Meeting in Minneapolis am 25. März 2000 2:06,40 Minuten.
Eiserner Wille als Erfolgsgarant
Und diese Zeiten sind für "Max Machine", der sich in Antwerpen über seine Spezialstrecke gleich um 2,30 Sekunden steigerte, zu erreichen, vor allem wenn man weiß, welche Höllenqualen er am Sonntag auf dem Weg zum Triumph durchmachen musste. "Ich habe gleich von Beginn attackiert und war mit 1:01,22 bei halber Distanz schneller als bei meiner Bestmarke über 100 m. Dann begann aber die Tortur. Ich habe gesehen, dass mir der Brite Ian Edmond auf den dritten 50 Metern näher kommt. In diesem Moment haben meine Lungen auf Grund der Verkühlung bereits gebrannt wie die Hölle, aber ich habe mir geschworen, eher krepiere ich, als dass ich ihn vorbeilasse!"
Trainer: "Wir müssen weiter nach vorne blicken"
Und genau diese Kämpferqualitäten sind es, die laut seinem Trainer Andrzej Szarsynski einen wahren Champion ausmachen. "Gott sei Dank hat's geklappt", freute sich der Erfolgscoach über den Triumph seines Musterschülers und kündigte weitere Großtaten an. "Nur Max und ich wissen, wozu er wirklich imstande ist. Glauben Sie mir, da kommt noch viel mehr. Wir müssen jetzt weiter nach vorne blicken, aber Max schwelgt ohnehin nicht Euphorie, er denkt jetzt schon nur mehr an die WM in Moskau und hat mich schon unmittelbar nach dem Finale gefragt, wann am Dienstag das Training für ihn beginnt."
Neue Talente in Lauerstellung
Und Szarsynski ist mit eine Garantie dafür, dass es auch in Zukunft für Österreichs Schwimmsport große Erfolge zu feiern gibt, auch abseits der Bruststrecken. So betreut der gebürtige Pole mit Co-Trainer Walter Bär im Moment 25 Leute, darunter auch das Riesentalent Sebastian Stoss. Dieser hat am Wochenende bei einem Meeting in Hessen gleich vier österreichische Jugendrekorde gebrochen, darunter auch welche von Rückenspezialist und Vizeweltmeister Markus Rogan, der seinen potenziellen Nachfolger in den höchsten Tönen lobt. "Er hat noch viel mehr Potenzial als ich!"
Beste Aussichten also für den Verband Österreichischer Schwimmvereine (VÖS), dass die historische Antwerpen-Bilanz, die trotz der Abwesenheit vieler VÖS-Asse erzielt wurde, mit vier Medaillen (1-2-1), sechs Finalteilnahmen und insgesamt neun Österreichischen Rekorden schon bald Geschichte sein wird.
