Anwalt sieht Verdacht weitgehend ausgeräumt

Der im Zusammenhang mit der Leuna-Affäre gesuchte Lobbyist Dieter Holzer wird sich nach Angaben seines Anwalts nach Weihnachten den Pariser Ermittlungsbehörden stellen. Holzer wird von Frankreich per internationalem Haftbefehl gesucht. Holzers Anwalt Clement Achammer sagte der Zeitung "Welt am Sonntag": "Holzer reist am 27. Dezember 2001 nach Paris und wird dort dem Untersuchungsrichter Rede und Antwort stehen."
Achammer erklärte weiter, nach Verhandlungen von Holzers französischem Anwalt Pierre Soler-Couteaux werde die französische Justiz den internationalen Haftbefehl gegen eine geringe Kaution aussetzen. Der deutsche Geschäftsmann werde nach der Aussage vor dem Untersuchungsrichter voraussichtlich noch am Abend des 27. Dezembers wieder nach Deutschland zurückkehren. "Mein Klient wird dann wieder ungestört reisen und seinen Geschäften nachgehen können", sagte der österreichische Anwalt.
Holzer gilt als Schlüsselfigur in der Affäre um den Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie in den neunziger Jahren an den französischen Mineralöl-Konzern Elf Aquitaine. Dabei sollen nach Ermittlungen der Behörden hohe Schmiergelder gezahlt worden sein, ohne dass deren Empfänger bekannt sind.
Holzer war im August in Österreich festgenommen, dann aber gegen eine Kaution von fünf Millionen Schilling (364.000 Euro) wieder freigelassen worden. Weil Österreich ein Auslieferungsabkommen mit Frankreich unterzeichnet hat, durfte Holzer Österreich seither nicht mehr verlassen. Nach Einschätzung Achammers ist der Schmiergeldverdacht gegen Holzer in Frankreich weitgehend ausgeräumt. Es gehe lediglich noch um Spekulationen, wonach Geld an französische Elf-Aquitaine-Manager zurückgeflossen sein soll.
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