Freitag, 21. Dezember 2001

Rechtzeitige Zustellung bei Aufgabe bis 21. Dez. garantiert

Um die Flut an Weihnachtspost zu bewältigen, wird die Österreichische Post AG heuer eine Sonderschicht in der Zustellung einlegen. Nicht nur am 24. Dezember selbst, sondern auch heute, am Samstag vor Weihnachten, wird die Post heuer Briefe und Päckchen austragen. Damit auch die Last-Minute-Geschenke und Grüße ankommen.

Wer bevorzugt in letzter Minute seine Weihnachtsgeschenke per Post verschickt, ist schon etwas zu spät dran. Die Österreichische Post AG kann eine Zustellung rechtzeitig vor dem Heiligen Abend nur garantieren, wenn die Päckchen oder Briefe rechtzeitig bis 21. Dezember aufgegeben wurden.

2002 bringt eine Neuordnung von Zustellung und Verteilung
Neben dem Zeitungsversand ist der Postmarkt derzeit nur für Massensendungen ohne Anschriften und für persönlich adressierte Sendungen mit über 350 Gramm Gewicht für den Wettbewerb geöffnet. Ab 1. Jänner 2003 wird diese Gewichtsbeschränkung nach einem Beschluss des EU-Ministerrats auf 100 Gramm gesenkt, ab 2006 auf 50 Gramm. Für 2009 ist schließlich die völlige Liberalisierung des europäischen Postwesens geplant, der Termin soll allerdings 2007 noch einmal überprüft werden. Interessenten für einen umfassenden Postdienst gibt es bereits. Der österreichische Post-Konkurrent Redmail will von Anfang an auch ins Briefgeschäft einsteigen.

"Globalisierung" bei der Post
Die Österreichische Post AG will sich auf den zunehmenden Wettbewerb mit einer kompletten Neuorganisation von Zustellung und Verteilung vorbereiten. Im kommenden Jahr soll die Briefvorverteilung auf österreichweit sechs Verteilungszentren konzentriert werden, die Zustellung von derzeit 1.830 auf 600 bis 700. Allein durch den Start des Briefzentrums Ost in Wien-Inzersdorf will die Post 1.000 Mitarbeiter einsparen, durch die Zustellungskonzentration sollen weiter 700 Leute abgebaut werden.

Trotz Personalreduktion will die Unternehmensführung der Post mit dem neuen Konzept die Effektivität erhöhen. "Mit der Reform der Distribution sollte eine Zustellung von 95 Prozent der Sendungen binnen einem Tag möglich werden", hofft Post-Sprecher Michael Homola. Auch die Laufzeiten für Massensendungen (Infomails) will die Post mit dem neuen Konzept reduzieren, und damit die Attraktivität für die Kunden erhöhen.

Das es jetzt noch bisweilen zu Verzögerungen kommt, konnte Homola "bei 2,5 Milliarden Infomails pro Jahr nicht ausschließen". Im wesentlichen sei dies aber auf die Neuorganisation der Verteilung in Salzburg und Graz bzw. auf kurzfristig erhöhtes Sendeaufkommen zurückzuführen. "Zum Großteil funktioniert die Zustellung", betonte der Post-Sprecher.

Die höheren Preise im Zeitungsversand ab dem kommenden Jahr begründet Homola mit dem Wegfall der Bundessubvention des Postversands von Zeitungen. 1999 hätten die Förderungen noch 900 Mill. S betragen, heuer seien es nur noch 200 Mill. S gewesen. Im kommenden Jahr würden die Subventionen schließlich gänzlich gestrichen. Die Post müsse daher ihre Preise anpassen, verteidigte Homola die Erhöhung.

21.12.2001 17:53