Berichte über 5 getötete pakistanische Extremisten

Inmitten wachsender Spannungen und drohender Kriegsgefahr haben sich Indien und Pakistan erneut Gefechte in Kaschmir geliefert. Nach indischen Angaben wurden in der Region am Donnerstag fünf pakistanische Extremisten getötet, die versuchten, die Grenze von Pakistan nach Indien zu überqueren.
Aus Pakistan hieß es, es habe in der Nacht heftige Gefechte entlang der Waffenstillstandslinie in Kaschmir gegeben. Indische Soldaten sollen dabei pakistanische Stellungen unter Beschuss genommen haben.
Nach dem Anschlag auf das indische Parlament, bei dem in der vergangenen Woche 13 Menschen getötet worden waren, haben sich die Spannungen zwischen den beiden verfeindeten Atommächten erheblich verschärft. Indien schließt inzwischen auch einen Krieg gegen das Nachbarland nicht mehr aus. Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee sagte am Mittwoch, Pakistan wisse, dass Terroristen von seinem Gebiet aus operierten, und müsse gegen diese vorgehen. Seine Regierung versuche, den Weg der Diplomatie zu gehen, "andere Optionen sind aber ebenfalls offen". Die Streitkräfte beider Länder befinden sich in Alarmbereitschaft.
Bei den zuletzt getöteten Pakistani handelte es sich nach indischen Angaben um Mitglieder der extremistischen Organisation Lashkar-e-Tayyaba, die für die Unabhängigkeit Kaschmirs kämpft. Bei den Männern seien automatische Gewehre, Sprengstoff, Granaten und Funkgeräte gefunden worden, hieß es weiter. Die indische Regierung wirft Lashkar-e-Tayyaba vor, an dem Überfall auf das Parlament beteiligt gewesen zu sein.
Drei Kriege seit 1948
Indien und Pakistan haben 1948, 1965 und 1971 Kriege um das fruchtbare, landwirtschaftlich intensiv genutzte Kaschmirtal geführt. Indien beansprucht den größeren südöstlichen Teil Kaschmirs, Pakistan den kleineren im Nordwesten. Der auf indischer Seite liegende Unionsstaat Jammu und Kaschmir ist das einzige Bundesland in dem Vielvölkerstaat mit einer vorwiegend moslemischen Bevölkerung.
1957 hatte Indien seinen Teil Kaschmirs unter der Bezeichnung Jammu und Kaschmir zum Bundesland erhoben und ihm Sonderrechte mit einer uneingeschränkten Autonomie zugebilligt. Gegen indischen Protest übernahm Pakistan 1974 formell die Verwaltung in dem von ihm beherrschten Teil mit Namen Azad Kaschmir (Freies Kaschmir). Eine 1949 beschlossene Volksabstimmung über die politische Zukunft Kaschmirs fand niemals statt.
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