Intendant der Pariser Oper ab 2004

Aus Salzburg ging er unter tumultösen Umständen, nun wurde Gérard Mortier zum Intendanten der Pariser Oper ab 2004 designiert. Im morgen erscheinenden Jahresrückblickheft des Wochenmagazins NEWS äußert sich Mortier deutlich über beendete und bevorstehende Ereignisse.
Mortier: "Man weiß ja, was mit den Königen in den Shakespeare-Tragödien passiert. Deshalb sollte man bescheiden bleiben. Ich habe in Salzburg viel gelernt, aber als geborener Nomade ziehe ich weiter und vermisse nichts. Ich kann allerdings eine gewisse Freude darüber nicht leugnen, dass einige Leute durch meinen Werdegang ins Unrecht gesetzt werden. Jetzt können wenigstens meine Freunde in Österreich wieder erhobenen Hauptes über die Straße gehen. Aber ich habe kein Hassgefühl. Ich habe eine wunderbare Erbschaft hinterlassen, ein phantastisches Budget, mehr als 93 Prozent Auslastung und die höchste Besucherzahl aller Zeiten.
Der Situation in Österreich stellt Mortier rückblickend ein vernichtendes Zeugnis aus: "Seit ich aus Österreich weg bin, weiß ich erst, wie unwichtig das ist, worüber man sich in diesem Land derart aufregt. Im gesamteuropäischen Bereich ist viel davon bedeutungslos. Am meisten fällt auf, dass weder die Politiker noch die Intellektuellen Österreichs durch wahrnehmbare Beiträge zur Lage nach dem 11. September aufgefallen sind, obwohl das Land in der Problematik des Mittleren Ostens unendlich viel Schuld aus dem Zweiten Weltkrieg abzutragen hätte. Einige Österreicher haben offenbar vergessen, welche Schuld sie am Holocaust tragen."
Der blau-schwarzen Regierung prophezeit er "leider" noch längere Dauer: "In der heutigen Lage sind die Leute weniger an Solidarität als am eigenen Topf interessiert. In solchen Situationen schart man sich eher um eine solche Regierung. Vor allem aber gibt es derzeit keine echte Alternative. Ich halte Van der Bellen für einen der besten Politiker Österreichs, aber er steht sehr einsam da. Die Sozialdemokraten haben noch keine richtige Alternative formuliert. Es ist verheerend, dass deshalb eine mediokre Regierung weiter gewählt wird. Schüssel beginnt zu begreifen, in welchen Teufelspakt er sich begeben hat - so, wie man es von Anfang an prophezeit hat. Was mir aber vor allem auffällt, ist die Tatsache, wie unwichtig Herr Haider geworden ist, wenn man außerhalb Österreichs steht. Das war auch für mich eine gute Erkenntnis. Ich habe ihn wohl viel zu wichtig genommen, und auch die Österreicher sollten erkennen, dass sie sich lächerlich machen, wenn sie ihn weiterhin unterstützen."
Lesen Sie die ganze Story in der aktuellen Ausgabe von NEWS.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
