Tote nach gescheitertem Putschversuch

Nach dem gescheiterten Putsch auf Haiti sind Anhänger von Präsident Jean-Bertrand Aristide landesweit gegen die Opposition vorgegangen. In der Hauptstadt Port-au-Prince brannten sie am Montagabend den Sitz des Oppositionsbündnisses Convergence, drei weitere Häuser und das französische Kulturinstitut nieder.
In der Stadt Gonaives zündeten sie das Haus von Oppositionsführer Luc Mesadieu an und töteten zwei Personen, die sich darin aufhielten, wie der Rundfunksender Haiti Inter berichtete.
Kulturminister Guy Paul äußerte Verständnis für die Selbstjustiz. "Die Menschen sind empört, und solche Dinge lassen sich schwer vermeiden", sagte er. Am Montagmorgen waren 33 schwerbewaffnete Männer in den Amtssitz Aristides eingedrungen und hatten zwei Sicherheitskräfte erschossen. Die Polizei stürmte daraufhin den Nationalpalast und tötete einen Putschisten. Die übrigen Attentäter flohen und erschossen dabei zwei Passanten. Die Polizei nahm später nach eigenen Angaben einen der Täter an der Grenze zur Domonikanischen Republik fest.
Aus Regierungskreisen verlautete, der ehemalige Polizeichef der Stadt Cap-Haitien, Guy Philippe, sei für den Putsch verantwortlich. Philippe war im vergangenen Jahr wegen Verschwörung angeklagt worden und in die Dominikanische Republik geflohen. In einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AP bestritt er jegliche Beteiligung an dem Putsch. Dieser sei inszeniert worden, um einen Vorwand gegen die Opposition zu liefern. Auch der Oppositionspolitiker Gerard Gourgue sagte, die Regierung nutze den Putsch aus.
Die US-Botschaft schloss am Montag ihre Tore und forderte alle Amerikaner auf, die Häuser nicht zu verlassen. Die Dominikanische Republik schloss die Grenze.
Aristide war der erste Präsident, der 1990 in Haiti gewählt wurde. Nur acht Monate nach seiner Wahl setzte ihn die Armee ab. Seit Februar dieses Jahres ist er wieder im Amt, löste jedoch durch seinen autokratischen Regierungsstil internationale Kritik aus. Die Opposition und internationale Beobachter lehnten die Umstände der Kommunalwahlen im Mai ab, internationale Geberländer stellten ihre Finanzhilfen ein.
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