Schriftsteller Stefan Heym gestorben

Der deutsche Schriftsteller Stefan Heym ist am Sonntag in Israel einem Herzversagen erlegen. Der Schriftsteller war 88 Jahren alt. Heym, der unter anderem mit den Werken "Collin" und "Fünf Tage im Juni" über den Volksaufstand in der damaligen DDR 1953 bekannt geworden ist, habe sich zur Teilnahme an einem Kongress über den Dichter Heinrich Heine in Israel aufgehalten.
Stefan Heym hatte noch zu Lebzeiten seinen eigenen "Nachruf" geschrieben. In diesen fesselnden, 1988 erschienenen Memoiren schilderte er die Geschichte eines bewegten Lebens: eines deutschen Literaten aus einem jüdischen Elternhaus in Chemnitz, der zum Exil gezwungen wurde und nach seiner Rückkehr mithelfen wollte, ein besseres Deutschland aufzubauen.
In der DDR wurde er zu dem wohl bedeutendsten "oppositionellen Autor". Obwohl er sich zum "sozialistischen Deutschland" bekannte und deshalb nach dem Krieg und dem amerikanischen Exil die DDR als Heimat wählte, wurde er zu einer Symbolfigur für den geistigen Widerstand im SED-Staat.
Als Schrifsteller wurde er unter anderem mit den Werken "Radek", "Collin" und "Fünf Tage im Juni" berühmt. 1994 zog Heym für die PDS in den Bundestag ein und eröffnete die erste Sitzung nach der Wahl als Alterspräsident. CDU und CSU verweigerten ihm bei seiner Eröffnungsrede den Applaus - wegen dessen angeblicher Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit.

