Samstag, 15. Dezember 2001

Ansturm Neue Münzen jetzt in neun Ländern

Der Ansturm auf die neuen Euromünzen ist ungebrochen. Am Samstag drängelten sich in sechs Ländern der Euro-Zone Hunderttausende vor den Ausgabestellen für die Schnupper-Päckchen mit der Münz-Mischung. Trotz teilweise schlechten Wetters meldeten die Verantwortlichen in Italien, Österreich, Luxemburg, Belgien, Finnland und Spanien eine riesige Nachfrage.

Bereits am Vortag hatte es in Frankreich und den Niederlanden einen großen Ansturm auf die "Starter Kits" gegeben. In Irland ließen es die Menschen geruhsamer angehen. In Deutschland, Griechenland und Portugal werden die Münzen von kommenden Montag an verteilt.

Italien: Geldtüten waren bereits am Vormittag weg
Auch schlechtes Wetter mit starken Regen- und Schneefällen hinderte die Italiener nicht daran, sich die ersten Euro-Münzen frühzeitig zu sichern. Die Päckchen wurden in den rund 14.000 Postämtern angeboten, wo sich vielfach Schlangen bildeten. Die Geldtüten waren vielfach bereits am Vormittag ausverkauft. Sogar im Postamt des Parlaments in Rom mussten die Abgeordneten rund eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf nehmen.

Schlange in Brüssel
"Beeilen Sie sich, es gibt nur 5,5 Millionen", forderte die belgische Zeitung "La Libre Belgique" die 10 Millionen Belgier auf. In einem Postamt im Zentrum von Brüssel standen am Morgen fast 50 Menschen in der Schlange vor den beiden geöffneten Schaltern. "Gleich am 1. Jänner gehe ich mit dem König Brötchen kaufen", sagte eine Frau. Die Vorderseite der belgischen Euro-Münzen zeigt jeweils das Porträt von König Albert II.

Ansturm im Luxenburg
Auch Luxemburg erlebte einen wahren Ansturm auf die Euromünzen-Startpakete, die vielerorts schon nach kurzer Zeit ausverkauft waren. Vor Postämtern, Tankstellen und Supermärkten bildeten sich lange Warteschlangen. Schon vor der Öffnung der Post auf dem Luxemburger Hauptbahnhof um 6.00 Uhr warteten Dutzende in klirrender Kälte auf die Münzen. Viele ältere Menschen deckten sich gleich mit 10 bis 40 Startpakten ein.

Großes Interesse in Finnland
Mit "riesengroßem" Interesse begrüßten die Finnen das "Starter Kit". Die Verantwortlichen in Helsinki erwarteten den baldigen Ausverkauf aller 500.000 angebotenen Münzmischungen. Finnen und Griechen werden am 1. Jänner 2002 die ersten sein, die mit dem Euro zahlen, weil beide Länder eine Stunde vor der mitteleuropäischen Zeitzone liegen.

Probleme in Spanien
In Spanien lief die Ausgabe der Euromünzen-Startpakete mit einigen Problemen an. Zahlreiche Banken beharrten Rundfunkberichten zufolge darauf, die "Starter-Kits" nur an eigene Kunden zu verkaufen. Dies sei inakzeptabel, kritisierte Wirtschafts-Staatssekretär Jose Folgado. Einzige Bedingung für den Kauf des Startpakets sei die Vorlage des Personalausweises. In Spanien wurden die Probepäckchen zunächst von rund 13.000 Bankfilialen ausgegeben. Ein großer Ansturm blieb bis zum Mittag allerdings aus.

15.12.2001 18:16