Schenz als Regierungsbeauftragter für die Börse

Richard Schenz, 61, der zu Jahresende als Generaldirektor der OMV ausscheidet, hat einen neuen Job. Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wird Schenz Anfang der Woche von Finanzminister Grasser als offizieller Regierungsbeauftragter für den österreichischen Kapitalmarkt präsentiert.
Schenz' Forderung, dass beide Regierungsparteien seine Bestellung befürworten, wurde mit einem Ministerratsbeschluss erfüllt. Laut FORMAT wird Schenz ein Büro im Finanzministerium beziehen und von dort aus versuchen, der darniederliegenden Wiener Börse neues Leben einzuhauchen. Die Regierung hatte im Rahmen ihrer Kapitalmarktoffensive seit längerem die Einsetzung eines "Börse-Champions" versprochen. Diese Bezeichnung wurde auf Anraten von Bundeskanzler Schüssel jedoch gekippt.
Auf den neuen Regierungsbeauftragten Schenz kommt viel Arbeit zu. Der Zustand der heimischen Börse ist besorgniserregend. Die gesamte Kapitalisierung in Wien liegt unter 27 Milliarden Euro: 0,1 Prozent Anteil am weltweiten Aktienmarkt. 1990 waren es noch 0,28 Prozent. Noch dramatischer entwickelten sich die Börsenumsätze. Anfang der 90er Jahre wurden noch 0,19 Prozent des globalen Aktienhandels in Wien getätigt. Die im Vorjahr umgesetzen 10,5 Milliarden Euro - auch in absoluten Zahlen ein Minus - entsprachen nur mehr 0,02 Prozent.
Zu den Maßnahmen, die Schenz jetzt umsetzen soll, gehören steuerliche Anreize für Privatanleger, in österreichische Aktien zu investieren. Auch Pensions- und Abfertigungskassen sollen motiviert werden, mehr in heimische Papiere zu investieren. Aktuell liegt dieser Anteil unter einem Prozent. Außerdem soll Schenz mittelgroße Firmen für einen Börsegang begeistern und bei internationalen Fonds und anderen Großanlegern Stimmung für Wien machen.
Die ausführliche Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des FORMAT!

