Donnerstag, 13. Dezember 2001

Arbeitslosigkeit sinkt auch ab 2003

Die Wirtschafts-Prognosen sind nicht rosig: Die Österreichische Nationalbank hat in ihrer Herbstprognose die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum für 2001 auf 1,2 Prozent und für 2002 auf 0,9 Prozent zurückgeschraubt. Erst 2003 soll es wieder aufwärts gehen.

Die deutliche Revision um rund einen Prozentpunkt sei sowohl auf die sich stark abkühlende internationale Konjunktur als auch auf eine schwächere Inlandsnachfrage zurückzuführen, meinte die Vize-Gouverneurin der OeNB, Gertrude Tumpel-Gugerell, am Mittwochabend in Wien. Für das Jahr 2003 geht die OeNB von einem deutlich höheren Wachstum um 2,3 Prozent aus.

Ab 2002 leichter Aufwärtstrend
Nach dem für die zweite Jahreshälfte 2001 erwarteten Tiefpunkt des Konjunkturzyklus sollte ab dem nächsten Jahr eine langsam an Dynamik gewinnende externe Nachfrage und die günstigen Finanzierungsbedingungen die Investitionstätigkeit stützen, so Tumpel-Gugerell. Gemeinsam mit einer leichten Erholung des privaten Konsums soll das zu einer stetigen Belebung des BIP-Wachstums führen. Allerdings habe der 11. September die bereits vorher bestehende Unsicherheit bezüglich des Zeitpunkts des Aufschwungs erhöht, schränkte die Vize-Gouverneurin ein.

Den gedämpften privaten Konsum in den Jahren 2001 und 2002 erklärt Tumpel-Gugerell mit der deutlichen Wachstumsverlangsamung der real verfügbaren Haushaltseinkommen, welche auf die Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung, den Ölpreisanstieg und die erwartete Stagnation der Beschäftigung zurückzuführen sei. Nur ein Rückgang der Sparquote könne den Konsum in beiden Jahren um jeweils 1,4 Prozent ausweiten, bevor 2003 eine Zunahme der Beschäftigung und ein reduzierter Preisauftrieb das Konsumwachstum auf 2,1 Prozent beschleunigen werde.

Im Jahr 2003 soll Arbeitslosigkeit
Dieser Prognose ist eine Zunahme der Arbeitslosenquote nach Eurostat-Definition von heuer 3,8 Prozent auf 3,9 Prozent im kommenden Jahr zu Grunde gelegt. Für 2003 erwartet Tumpel-Gugerell eine Belebung des konjunkturell determinierten Arbeitsmarkt und einen Rückgang der Beschäftigungslosigkeit auf 3,8 Prozent.

Ein wenig erfreuliches Bild zeichnet die Entwicklung der Investitionen in Österreich. Auf Grund der konjunkturell bedingten Schwäche bei den Ausrüstungsinvestitionen und der anhaltenden Rezession im Bausektor werde sich die Investitionstätigkeit 2001 mit 0,5 Prozent rückläufig entwickelt, so die Vize-Gouverneurin. Verbesserte Exportperspektiven sollen die Investitionen ab nächsten Jahr wieder auf Wachstumskurs bringen, für 2002 rechnet Tumpel-Gugerell mit einer 0,8-prozentigen Zunahme und 2003 soll sich das Wachstum der Investitionen auf 3,4 Prozent weiter beschleunigen.

13.12.2001 11:49