Auch Arbeitsmarkt-Zahlen stimmen pessimistisch

Eine Unternehmens-Umfrage des Wifo läßt keine Konjunktur-Euphorie aufkommen. Im Gegenteil: Das Vertrauen der Industrie in die Wirtschaft hat sich im letzten Monat sogar weiter verschlechtert. Ein Aufschwung ist laut Wifo weit und breit nicht in Sicht.
Auftragseingänge, Geschäftsgang und Produktionserwartungen werden von den Unternehmen ungünstiger eingeschätzt als in den Vormonaten. Die Terroranschläge haben die internationale Wirtschaft geschockt, ihre Folgen werden den Konjunkturaufschwung weiter hinauszögern, heißt es laut Wifo-Monatsbericht vom Dezember.
Einbrüche im Export-Bereich
Beim Export, der im Sommer der internationalen Konjunkturabschwächung noch relativ gut widerstanden habe (im Juli und August lagen die Exporte nominell um 4,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum), sei im 4. Quartal infolge der Ereignisse vom 11. September eine weitere Abschwächung zu befürchten.
Rückgang im Wohnbau besonders empfindlich
Die Wertschöpfung der Sachgütererzeugung habe im 2. und 3. Quartal auf Vorjahresniveau stagniert. Dagegen sei der Produktionswert des Hoch- und Tiefbaus im Durchschnitt der Monate Juli und August nominell um 3 Prozent und real um 4 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gelegen. Besonders ausgeprägt sei der Rückgang im Wohnbau ausgefallen, der nominell um 10 Prozent eingebrochen sei. Auch die öffentliche Bautätigkeit sei zurückgefahren worden.
Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote stieg um 0,9 Prozent
Der Arbeitsmarkt zeige aufgrund der Konjunkturabschwächung ein erheblich verschlechtertes Bild. Der Beschäftigungszuwachs habe bis November im Jahresabstand nur mehr 3.000 (plus 0,1 Prozent) betragen. Die Arbeitslosenquote stieg dagegen gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozentpunkte, saisonbereinigt betrug die Novemberquote 6,3 Prozent.
Nicht so günstig wie aufgrund der Wachstumsverlangsamung zu erwarten wäre, entwickle sich die Inflationsrate, die im Oktober neuerlich bei 2,6 Prozent gelegen sei. Die Energieverbilligung habe die Inflationsrate nicht gedrückt, weil sich Nahrungsmittel und andere Positionen des Warenkorbs verteuert hätten, verweist das Wifo als Beispiel auf die neu eingeführten Studiengebühren.

