Dienstag, 11. Dezember 2001

Verlust liegt bei 5,19 Mill. Euro (71,4 Mill. S)

Bilanz-Einbruch beim Strumpf-König Wolford. Der Vorarlberger Strumpf- und Body-Hersteller präsentierte heute seine Zahlen. Das Ergebnis: Im ersten Halbjahr 2001/02 ist der Betrieb tief in die Verlustzone gerutscht. In Zahlen beläuft sich der Verlust auf 5,19 Mill. Euro (71,4 Mill. S). Man rechnet erst 2002 bis 2003 damit, wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Wie das börsenotierte Bregenzer Unternehmen am Dienstag, ad hoc mitteilte, wies das Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) nach den ersten sechs Monaten einen Verlust von 5,19 Mill. Euro (71,4 Mill. S) aus, nach einem Gewinn von 3,02 Mill. Euro im Vorjahr.

Verlustzone wird erst 2002 bis 2003 verlassen
Als Reaktion auf die Verluste des ersten Halbjahres hat Wolford 10 unrentable Boutiquen in Japan und 2 in Großbritannien geschlossen und hat oder wird die vier Boutiquen in China und Taiwan an Partner abgeben. In Summe soll dies 30 bis 40 Mill. S (2,2 bis 2,9 Mill. Euro) Einsparungen bei den Fixkosten bringen, außerdem werde im Retailbereich eine Verringerung der Mannschaft geprüft", sagte Vorstandsvorsitzender Fritz Humer am Dienstag. Dennoch gebe es "im laufenden Jahr keine große Hoffnung auf eine Verbesserung des Ergebnisses", sagte der Wolford-Chef. Aus der Verlustzone werde Wolford erst wieder im Geschäftsjahr 2002/03 kommen.

Die Odersituation im November deute aber auf eine leichte Erholung in den europäischen Kernmärkten hin. Sie liegt nach Einbrüchen im September und Oktober laut Humer wieder auf Vorjahresniveau. Die Einbußen in den neuen Märkten - insbesondere in den USA und Japan - seien nicht wettzumachen, sie werden auch im Gesamtjahr unter Plan bleiben.

Sofortmaßnahmen: Kostensenkung und Organisations-Straffung
Nun sollen Sofortmaßnahmen ergriffen werden, die eine Senkung der Fixkosten und eine Straffung der Organisationsstrukturen im Konzern vorsehen. Zu wenig rentable Verkaufsstandorte in Großbritannien und Fernost würden geschlossen.

Negativ war auch das Betriebsergebnis (EBIT), und zwar mit minus 2,54 (nach plus 4,14) Mill. Euro. Heimische Analysten hatten in einem APA-Rundruf im Durchschnitt ihrer Schätzungen mit einem EBIT-Verlust von 1,3 Mill. Euro gerechnet.

Umsatz schrumpfte um 4 Prozent
Die Umsätze schrumpften im ersten Halbjahr um 4 Prozent von 69,47 auf 66,67 Mill. Euro. In den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2001/02 sei die Umsatzentwicklung noch zweistellig im Plan gelegen. "Unvorhergesehene Ereignisse" in den beiden umsatzstärksten Monaten September und Oktober hätten diesen Wachstumstrend jedoch umgekehrt, erklärte Wolford weiter.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) fiel in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres zwar positiv aus, sackte aber von zuvor 8,15 auf 1,97 Mill. Euro ab. Analysten hatten auch hier ihre Prognosen mit durchschnittlich 2,53 Mill. Euro deutlich höher angesetzt.

11.12.2001 09:53