Tiefstpunkt möglicherweise noch nicht erreicht
Der weltweit drastische Einbruch bei Fusionen und Übernahmen hat in der zweiten Jahreshälfte angehalten. Insgesamt fiel der Wert weltweiter Unternehmenstransaktionen in diesem Jahr um 52 Prozent auf 1,119 Bill. Euro (15,4 Bill. S) gegenüber 2000.
Die Zahl der Transaktionen sei um 26 Prozent auf 18.476 gesunken, teilte die Unternehmensberatung KPMG Corporate Finance am Montag in Berlin mit.
Fraglich, ob Tiefstpunkt bereits erreicht wurde
Es sei fraglich, ob der Tiefpunkt bereits erreicht sei. Die Preisvorstellungen bei Käufern und Verkäufern von Unternehmen gingen weit auseinander. Käufer konzentrierten sich vorwiegend auf Unternehmen in finanziell kritischer Lage oder solche, "die eine defensive Konsolidierung betreiben, um am Markt bestehen zu können". Für 2002 rechnet KPMG mit einer leichten Zunahme der deutschen Geschäfte, nicht zuletzt auf Grund der Steuerereform, mit der die Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen von der Steuer befreit sind.
In Deutschland hat der Wert der Fusionen und Übernahmen in diesem Jahr sogar um 59 Prozent auf 135 Mrd. Euro abgenommen. Dies sei allerdings vor allem auf die Rekord-Transaktion Mannesmann-Vodafone im ersten Halbjahr 2000 zurückzuführen, hieß es. Die Zahl der Transaktionen verringerte sich um 32 Prozent auf 1372.
Technologiesektor am begehrtesten
Erstmals seit fünf Jahren brach auch der Markt für weltweite grenzüberschreitende Unternehmenstransaktionen ein. Ihr Wert reduzierte sich um 54 Prozent auf 532 Mrd. Euro. Mit 390 Transaktionen im Gesamtwert von 53 Mrd. Euro in diesem Jahr sei Deutschland der attraktivste Zielmarkt nach USA und Großbritannien. Dagegen kauften deutsche Unternehmen weltweit für 49 Mrd. Euro ein. Der Technologiesektor ist in Westeuropa und Deutschland der gefragteste Bereich. Rang zwei belegen Banken und Versicherungen. Einen Rückgang gab es bei der Industrie.

