Montag, 10. Dezember 2001

Lufthansa verabschiedete Sparpaket

Die "Unabhängige Flugbegleiter Organisation" (Ufo) lehnt die von der Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi geschlossene Tarifvereinbarung für das Kabinenpersonal ab. "Wir werden diese Änderung des Tarifvertrages für unsere Mitglieder nicht anerkennen", sagte Uwe Hien, geschäftsführender Ufo-Vorstand. Indessen verlangt der Betriebsrat des Konzerns von der deutschen Bundesregierung Ausgleichszahlungen für die Folgen der Terror-Anschläge im September.

Falls die Lufthansa die Gehälter nicht entsprechend dem gültigen Tarifvertrag zahle, drohen Hien zufolge Streiks sowie gerichtliche Auseinandersetzungen mit der Lufthansa. Ohne die Einbeziehung der Flugbegleiter-Gewerkschaft könne es keine verbindlichen Regelungen für den Kabinenbereich geben, sagte Hien. Ufo organisiert den Angaben zufolge rund 6000 Mitglieder und damit rund vier mal so viele wie Verdi.

Die Lufthansa hatte sich vergangene Woche mit den Gewerkschaften Verdi und Cockpit auf ein Sparpaket geeinigt. Dafür will die Fluggesellschaft trotz der wirtschaftlichen Probleme in Folge der Anschläge vom 11. September in den USA weiterhin auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Laut Vereinbarung sollen vereinbarte Gehaltserhöhungen ausgesetzt oder später ausgezahlt werden.

Konzern-Betriebsrat will Geld nach Terror-Verlusten
Der Lufthansa-Konzernbetriebsrat erwartet von der Bundesregierung Ausgleichszahlungen für Einbußen des Unternehmens unmittelbar nach den Anschlägen in den USA. Vom Besuch des Bundeskanzlers Gerhard Schröder bei einer Betriebsversammlung in Frankfurt erhoffe er sich das Signal, dass der Finanzminister das Geld in den nächsten Tagen überweise, sagte Konzernbetriebsrats-Chef Franz-Eduard Macht am Montag im DeutschlandRadio Berlin. Die Lufthansa hat den Ausgleich eines Schadens von 180 Mill. Euro (2,48 Mrd. S) beantragt. Auch an der Finanzierung der höheren Flugsicherungs-Aufwendungen 2002 solle sich der Bund beteiligen, sagte Macht.

Schröder (SPD) will am Montag bei der Betriebs-Versammlung zur Krise der Branche sprechen. Das Unternehmen und die Gewerkschaften hatten sich vergangene Woche auf ein Sparpaket ohne Kündigungen geeinigt. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) drohte unterdessen mit Streik und juristischen Schritten gegen die Vereinbarung, die die Lufthansa mit der Gewerkschaft ver.di geschlossen hatte. "Wir werden diese Änderung des Tarifvertrags nicht anerkennen", sagte der geschäftsführende Ufo-Vorstand Uwe Hien der "Berliner Zeitung". Ufo ist nicht als Lufthansa-Tarifpartner anerkannt.

10.12.2001 11:01