Donnerstag, 13. Dezember 2001

Tolle ÖSV-Mannschaftsleistung

Die Deutsche Hilde Gerg vereitelte am Samstag den ersten Saison-Sieg der österreichischen Speed-Damen und einen totalen Triumph für den ÖSV. Gerg gewann den Super G von Val d'Isere in 1:12,23 Minuten vor den drei Österreicherinnen Renate Götschl (0,67 zurück), Tanja Schneider (0,71) und Alexandra Meissnitzer (0,95). Mit Rang sechs baute Michaela Dorfmeister ihre Führung im Gesamtweltcup auf die Italienerin Isolde Kostner (Rang elf) auf 90 Punkte aus.

Nach Petra Haltmayr, die den ersten Super G der Saison in Lake Louise gewonnen hat, siegten die deutschen Damen auch im zweiten Bewerb. Doch dahinter überzeugten die Österreicherinnen. "Speed-Queen" Renate Götschl schaffte nach den Enttäuschungen von Übersee den ersten Stockerlplatz in dieser Saison, Schneider stand erstmals seit dem Patscherkofel im Februar 2000 auf dem Podest und Meissnitzer stellte ihre beste Weltcup-Platzierung seit ihrer Verletzung ein.

"Super, ich bin sehr zufrieden. Das ist natürlich gut für das Selbstvertrauen. Ich habe schon in Kanada gewusst, dass ich gut drauf bin, aber da sind mir immer Fehler unterlaufen. Wo ich heute die sieben Zehntel verloren habe, kann ich aber nicht sagen", erklärte Götschl, die auf ihren ersten Triumph in Val d'Isere aber weiter warten muss.

Die erste Top-Zeit hatte gleich Schneider vorgelegt, die mit der Nummer eins ins Rennen gegangen war. "Gut dass ich mich für die Nummer eins entschieden habe, da habe ich vorher nicht viel nachdenken müssen. Denn im Training war ich immer mit der Spitze dabei, aber das Problem lag im Kopf. Das ist ein super Ergebnis", freute sich die Osttirolerin.

Nicht auf dem Podest, aber mindestens genauso zufrieden wie ihre beiden Teamkolleginnen strahlte Alexandra Meissnitzer. Die Abtenauerin schaffte im Olympia-Winter ihr erstes Top-Resultat: "Es ist genau das Ergebnis, das ich gebraucht habe, um zu sehen, dass ich nicht weit weg bin von der Spitze. Ich darf nicht in Euphorie verfallen, aber ich bin auf dem richtigen Weg".

Weltcup-Spitzenreiterin Dorfmeister, die sich trotz der starken Ergebnisse in Kanada nicht unter Druck setzt und nicht unzufrieden war, verlor auf den ersten 30 Sekunden das Rennen. Die Niederösterreicherin, die so wie ihre Kolleginnen die Erinnerung an den tragischen Sturz des Schweizer Silvano Beltrametti auf gleicher Strecke verdrängte ("Im Rennen denkt man nicht daran") hatte wie das vor ihr liegende ÖSV-Trio auch Glück mit den Startnummern.

Ab Nummer 15 (Brigitte Obermoser) wurde der Wind zu einem immer größeren Problem, mit dem von der jungen Garde nur Eveline Rohregger zurecht kam. Die Oberösterreicherin schaffte mit Nummer 48 noch Rang 17.

Der am Freitag ausgefallene Super-G wird wohl nicht mehr nachgeholt. Der Versuch, das Rennen dem Programm von St. Moritz anzufügen, ist aus Sponsorgründen gescheitert. Im Engadin bestreiten Dorfmeister, Götschl und Co demnach wie ursprünglich vorgesehen am nächsten Freitag die Abfahrt und tags darauf den Super-G.

Ergebnis des Damen Super-G in Val d'Isere

1.
Hilde Gerg
GER
1:12,23
2.
Renate Götschl
AUT
1:12,90
3.
Tanja Schneider
AUT
1:12,94
4.
Alexandra Meissnitzer
AUT
1:13,18
5.
Pernilla Wiberg
SWE
1:13,34
6.
Michaela Dorfmeister
AUT
1:13,44
7.
Caroline Lalive
USA
1:13,45
8.
Karen Putzer
ITA
1:13,52
9.
Daniela Ceccarelli
ITA
1:13,58
10.
Mojca Suhadolc
SLO
1:13,60
11.
Isolde Kostner
ITA
1:13,69
12.
Janica Kostelic
CRO
1:13,82
13.
Sylviane Berthod
SUI
1:13,84
14.
Martina Ertl
GER
1:13,89
15.
Melanie Turgeon
CAN
1:13,99
16.
Brigitte Obermoser
AUT
1:14,11
17.
Eveline Rohregger
AUT
1:14,18
18.
Warwara Zelenskaja
RUS
1:14,23
19.
Stefanie Schuster
AUT
1:14,34
20.
Kathleen Monahan
USA
1:14,53
21.
Patrizia Bassis
ITA
1:14,59
22.
Petra Haltmayr
GER
1:14,66
23.
Kirsten L. Clark
USA
1:14,86
24.
Merete Fjeldavlie
NOR
1:14,87
25.
Jonna Mendes
USA
1:15,16
26.
Lindsey C. Kildow
USA
1:15,23
27.
Sybille Brauner
GER
1:15,27
28.
Elena Tagliabue
ITA
1:15,29
29.
Janette Hargin
SWE
1:15,34
30.
Ingeborg-Helen Marken
NOR
1:15,35

13.12.2001 12:14