Mittwoch, 12. Dezember 2001

Zwingende Tests für Sicherheitsausrüster gefordert

Nach dem schweren Sturz des Abfahrtsläufers Silvano Beltrametti, der nach seinem Unfall in Val d'Isere für immer gelähmt bleiben wird, ist die Sicherheitsdiskussion im alpinen Ski-Weltcup neu entbrannt. Zum Kreis jener, die für noch mehr Sicherheit und strengere Kontrollen eintreten, zählt auch die Kärntner Firma Alpina, die Weltmarktführer für Rennstrecken-Sicherheitseinrichtungen ist.

"Dieser verheerende Sturz sollte endgültig die Sicherheitsverantwortlichen im Ski-Weltcup zum Umdenken bewegen" sagt Ingo Hopfgartner, der Sicherheitsexperte dieser Firma. Denn er weiß nur zu genau, welch enorme Kräfte bei einem Sturz bei hoher Geschwindigkeit frei werden. "Die heutigen stark taillierten Carving-Ski werden durch die messerscharfen Kanten zu unkontrollierten Geschossen, wenn der Läufer die Kontrolle verliert. Bei einem 80 kg schweren Läufer, der mit rund 100 km/h in die Fangnetze rast, werden ca. 3,8 Tonnen Energie frei. Das heißt: die Sicherheitssysteme müssen eine Energie von mindestens 3,8 Tonnen aufnehmen können."

Hopfgartner, dessen Firma nicht (mehr) für Val d'Isere zuständig ist, hat den Beltrametti-Unfall im TV gesehen und aus der Ferne sofort "eklatante Mängel" festgestellt. Laut seinen Angaben steht auch im Polizeiprotokoll, dass die Plane im Bereich der Unfallstelle geflickte Löcher aufgewiesen habe. Außerdem habe es sich dort nicht um eine Gleitplane, sondern nur um eine weniger stabile Transparentplane gehandelt. Sein Fazit: "Die Sicherheit hat nicht dem höchsten Stand der Technik entsprochen."

Was im Motorsport schon längst Standard ist, ist laut seinen Angaben seitens der FIS noch nicht klar geregelt. "Wären auch im Ski-Weltcup zwingende Tests für Sicherheitsausrüster vorgeschrieben, hätten einige Anbieter wohl kaum die Chance, Rennstrecken abzusichern. Durch nicht geprüfte und nicht zertifizierte Billigprodukte einiger Anbieter und hausgemachte Konstruktionen wird die Sicherheit der Sportler unnötig aufs Spiel gesetzt", merkt Hopfgartner kritisch an. Aus diesem Grund seit es nötig, dass die FIS möglichst rasch ein Expertengremium formiere und für Anbieter von Sicherheitssystemen strengere Vorgaben formuliere, um den Rennläufer einen maximalen Sicherheitsstand zu gewährleisten.

Alpina sichert seit mehr als 20 Jahren Rennstrecken im Ski-Weltcup sowie bei diversen Motorsportveranstaltungen (Auto, Motorrad) auf der ganzen Welt und war u.a. auch bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer, den alpinen Ski-Weltmeisterschaften 1999 in Vail sowie 2001 in St. Anton sowie den Motorrad-WM-Läufe von 1994 bis 2002 im Einsatz. Allein im Vorjahr wurden im Motorradbereich 16 Rennen betreut, was fast immer mit einem transportablen "Mietpaket" geschieht. Auch der Österreichische Skiverband (ÖSV) ist bei den meisten alpinen Heimrennen Partner dieses Unternehmens.

Die Kärntner, deren Produkte von renommierten Instituten geprüft und zertifiziert werden, sind auch offizieller Sicherheitsausstatter der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City. Alpina ist in Utah bei allen alpinen Herren- und Damen-Rennen für optimale Vorkehrungen in diesem Bereich (Netze, Zäune etc.) zuständig.

12.12.2001 15:03