Sechs Österreicher unter Top 10

Der Samstag war in Gröden der Tag der Österreicher: In der zweiten Abfahrt auf der klassischen Saslong schlugen Stephan Eberharter und Co eindrucksvoll zurück. 24 Stunden nach Platz vier holte sich der Tiroler seinen ersten Sieg auf dieser Strecke, Michael Walchhofer machte 0,24 Sekunden zurück mit Rang zwei den ersten österreichischen Doppelsieg in dieser Saison perfekt, sechs ÖSV-Fahrer kamen in einem extrem knappen Rennen unter die ersten Zehn.
Vortagessieger Kristien Ghedina tauschte mit Eberharter die Plätze und landete diesmal hinter Kjetil- Andre Aamodt auf Rang vier.
Eberharter untermauerte mit seinem dritten Saison- und insgesamt neuntem Weltcup-Sieg seine derzeitige Ausnahmestellung. Am Vortag nicht wirklich glücklich, wurde er mit der Kraft des Sieges locker und gelöst. "Ich hätte eigentlich nicht wirklich gedacht, dass ich hier gewinnen kann. Denn eigentlich habe ich diese Strecke nicht besonders geliebt", bekannte der 32-Jährige. Doch nach dem ersten Tag studierte er die Linienwahl der anderen und erkannte, "dass wir an einigen Stellen ein paar Meter verschenkt haben". Und dazu griff er zu einem weiteren Schachzug: "Fünf Minuten vor dem Start haben wir uns für andere Ski entschieden, ich bin auf den Siegerski von Val d'Isere gewechselt. Und das war wohl die wichtigste Entscheidung."
Eberharter schaffte, was Maier bisher versagt blieb
Denn sein "Glücksski" hielt bei schwierigen Bedingungen der Belastung stand - im Gegensatz zu manch anderen. Das Eis erhitzte die Kanten so sehr, dass der Belag entlang der Kante bei unzähligen Skiern verbrannte. Und dazu machte sich das Linienstudium bezahlt. Keiner fuhr so direkt in die Ciaslat-Wiese, keiner nahm so viel Tempo mit in den Zielschuss. Dort machte Eberharter die entscheidende Zeit gut und trug sich damit in die Siegerliste in Gröden ein - im Gegensatz übrigens zu Hermann Maier, der hier noch nie gewonnen hat.
Weltcup-Führung ausgebaut
"Einen Klassiker zu gewinnen ist immer etwas Besonderes, überhaupt wo ich diese Strecke ja nie wirklich geliebt habe", sagte Eberharter und blickte gleich wieder nach vor. "Schließlich haben wir ja am Sonntag auch noch ein wichtiges Derby. Und in Alta Badia würde ich auch ganz gerne vorne dabei sein." Im Weltcup hat Eberharter seinen Vorsprung auf jeden Fall wieder weit ausgebaut, 165 Punkte liegt er vor dem ersten Verfolger, Bode Miller (USA).
Sensationsmann Walchhofer
Die wahre Überraschung an diesem Tag war aber Michael Walchhofer. Am ersten Tag noch mit schwerem Fehler auf Rang 16, schlug er am zweiten zu. Der Altenmarkter fuhr mit Nummer sechs zu einer Bestzeit, die unter jener von Kristian Ghedina vom Vortag lag. Am Ende reichte es zu Platz zwei, der ihn auch im Abfahrts-Weltcup auf Rang zwei hinter Eberharter bringt. "Ich habe gewusst, dass ich noch einige Reserven habe, die habe ich teilweise ausgeschöpft. Fehlerfrei wird man aber nie sein. Aber wenigstens habe ich die Ausfahrt aus der Ciaslat-Wiese, wo ich in der ersten Abfahrt den großen Fehler hatte, gut erwischt", sagte er.
Starkes ÖSV-Team
Die Österreicher steigerten sich mannschaftlich enorm. Neben den zwei Podestplätzen fuhr Christian Greber vor Fritz Strobl auf Rang sieben, Josef Strobl und Peter Rzehak teilten sich den zehnten Platz. Und der Steirer Klaus Kröll legte eine weitere Talenprobe ab, fuhr auf Platz 17 - allerdings nur genau eine Sekunde hinter Eberharter. Und das zeigt, wie groß die Dichte an diesem Tag war, wohl am besten.
Ghedina ist nicht unzufrieden
Für den Lokalmatador Kristian Ghedina wurde es nichts mit dem angestrebten fünften Sieg in Gröden, mit dem er Franz Klammer den Rekord endgültig abgejagt hätte. "Ich bin nicht fehlerfrei gefahren, ich habe es ein bisschen unterschätzt. Denn nach der Besichtigung dachte ich, es ist leichter als am Freitag. Aber wenigstens ist der Rückstand nicht groß, ich bin zufrieden", sagte der Publikumsliebling und ergänzte: "Aber nächstes Jahr ist es dann soweit!"
| Herren-Abfahrt in Gröden, Endstand: |
| 1. | Stephan Eberharter | AUT | 2:01,24 | |
| 2. | Michael Walchhofer | AUT | 2:01,46 | |
| 3. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | 2:01,50 | |
| 4. | Kristian Ghedina | ITA | 2:01,56 | |
| 5. | Franco Cavegn | SUI | 2:01,65 | |
| 6. | Lasse Kjus | NOR | 2:01,69 | |
| 7. | Christian Greber | AUT | 2:01,78 | |
| 8. | Fritz Strobl | AUT | 2:01,81 | |
| 9. | Kenneth Sivertsen | NOR | 2:01,88 | |
| 10. | Peter Rzehak | AUT | 2:01,92 | |
| . | Josef Strobl | AUT | 2:01,92 | |
| 12. | Didier Cuche | SUI | 2:02,08 | |
| 13. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 2:02,16 | |
| 14. | Antoine Deneriaz | FRA | 2:02,18 | |
| 15. | Rolf von Weissenfluh | SUI | 2:02,19 | |
| . | Pierre-Emmanuel Dalcin | FRA | 2:02,19 | |
| 17. | Klaus Kröll | AUT | 2:02,24 | |
| 18. | Bruno Kernen | SUI | 2:02,27 | |
| 19. | Daron Rahlves | USA | 2:02,34 | |
| 20. | Sebastien Fournier | FRA | 2:02,68 | |
| 21. | Christoph Gruber | AUT | 2:02,69 | |
| 22. | Norbert Holzknecht | AUT | 2:02,93 | |
| . | Darin McBeath | CAN | 2:02,93 | |
| 24. | Roland Fischnaller | ITA | 2:02,94 | |
| 25. | Markus Herrmann | SUI | 2:03,05 | |
| 26. | Alessandro Fattori | ITA | 2:03,17 | |
| 27. | Peter Pen | SLO | 2:03,33 | |
| 28. | Ed Podivinsky | CAN | 2:03,39 | |
| 29. | Andreas Schifferer | AUT | 2:03,41 | |
| 30. | Max Rauffer | GER | 2:03,50 |
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