Österreicher sorgen für eine Sensation

Österreichs Biathleten haben am Samstag in Pokljuka den zweiten Staffelsieg in der Weltcup-Geschichte gefeiert. Zwei Jahre nach dem Heimerfolg in Hochfilzen setzte sich ein seither neu formiertes Quartett mit Daniel Mesotitsch, Wolfgang Perner, Christoph Sumann und Ludwig Gredler über 4 mal 7,5 Kilometer überraschend vor Vize-Weltmeister Weißrussland (9,4 Sekunden zurück) und dem Olympia-Zweiten Norwegen (23,3) durch.
Zum Saisonauftakt in Hochfilzen hatten die Österreicher als Siebente die Olympia-Norm (Rang sechs) knapp verpasst, eine Woche später lösten sie mit einer Bravourleistung das Ticket nach Salt Lake City. "Jetzt ist großer Druck weg, das gibt super Motivation für die weitere Saison", freute sich Trainer Heinz Mühlbacher.
Es war eigentlich schon der zweite Erfolg einer ÖSV-Staffel in Pokljuka, denn vor neun Jahren war Österreich als Sieger klassiert worden, weil die zweite Staffel Deutschlands, die als Erste im Ziel war, nach geltendem Reglement nicht gewertet wurde.
"Das geht nicht besser"
Voraussetzung für den Sieg war eine erneut tolle Laufleistung, dank der die ÖSV-Biathleten auch den Zeitverlust durch öfteres Nachladen (7) als die nächstplatzierten Konkurrenten (4 bzw. 3) wett machten. Austria, bei der WM 2001 an gleicher Stelle in identischer Besetzung nur auf Rang acht, rollte das Feld von hinten auf. Nach Rang neun von Mesotitsch, der liegend und stehend je ein Mal nachladen musste, brachte Perner sein Team mit einer sensationellen, fehlerlosen Leistung auf Rang drei. "Das geht nicht besser", lobte Coach Mühlbacher.
Deutscher Läufer mit Kreislaufkollaps
Sumann (zwei Mal Nachladen liegend) überholte Norwegen und übergab bereits als Zweiter, wenn man das Team von Olympiasieger Deutschland nicht berücksichtigt. Denn dessen Schlussläufer Marco Morgenstern musste wie bei der WM nach einem Kreislaufkollaps (an fünfter Stelle liegend) aus dem Rennen genommen werden.
Gredler fuhr den Sieg heim
Routinier Gredler stellte als Schlussmann den Erfolg sicher, doch das Finale war nichts für schwache Nerven. Nach dreimaligem Nachladen im Liegend-Anschlag war der zweifache WM-Medaillengewinner 40 Sekunden hinter der Spitze Dritter, doch stehend klappte bei fast 20 Grad unter Null alles perfekt. 17,3 Sekunden hinter Wadim Saschurin verließ der Tuxer als Zweiter den Schießplatz und distanzierte seinen Rivalen in der harten Steigung entscheidend. "Das war wieder der starke Luggi wie wir ihn kennen. Der zehnte 20-km-Rang hat ihm viel Selbstvertrauen gegeben", meinte Mühlbacher.
Neue Trainingsmethode zeigt Wirkung
Durch den Triumph der Biathleten, die als letzte Sparte des ÖSV in einem Olympiabewerb einen Podestplatz erreichten, sah sich Sportdirektor Walter Mayer bestätigt. Nach Neueinteilung der Trainingsgruppen war bereits interne Kritik am früheren Langlauf-Erfolgscoach laut geworden. Mayer hatte eine Gruppe mit den in der Nähe lebenden Athleten unter Coach Mühlbacher in Ramsau stationiert (u.a. Sumann, Perner, Rottmann), während eine zweite (u.a. Gredler, Mesotitsch, Neuner) mit dem neuen Trainer Walter Gapp weiterhin in Hochfilzen blieb. In Pokljuka standen je zwei Mann dieser Trainingsgruppen im Siegerteam. Mayer: "Die individuelle Arbeit scheint sich bezahlt zu machen."
