Klubchef Gori verkauft Fiorentina-Anteile

Der Klubchef des maroden italienischen Fußball-Klubs AC Fiorentina, Cecchi Gori, hat eine Lösung gefunden, die dem Verein den Zusammenbruch ersparen soll. Dutzenden aufgebrachten Tifosi, die am Donnerstag Abend ins Hauptquartier des Klubs von Torhüter Alexander Manninger eingedrungen waren, erklärte Gori, dass er eine Beteiligung an Fiorentina verkaufen werde.
Kaufen soll angeblich der französische Unternehmer Patrick Perrin, Bruder des ehemaligen Besitzers von Cartiers, Jean-Claude Perrin. Ein zehnprozentiger Anteil soll außerdem an die US-Mediengesellschaften Disney und Warner Bros verkauft werden, mit denen Gori in seiner Rolle als Filmproduzent bereits enge Kontakte hat, berichtete die Tageszeitung "Gazzetta dello Sport".
Der 54-jährige Gori, der wegen finanzieller Schwierigkeiten und der schwachen Leistungen seines Klubs in der Meisterschaft stark unter Druck geraten ist, lehnte das Angebot einer Luxemburger Finanzholding ab, die im Auftrag einer Bank mit europäischem Kapital ein Offert für den Erwerb seines Vereins eingereicht hatte. Das Angebot der Finanzholding sei unzureichend, um dem Klub eine Zukunft zu garantieren, meinte Gori.
Der toskanische Verein steckt in der schwierigsten Krise seiner Geschichte. Wegen der hohen Schulden hatte der UEFA-Cup-Bezwinger des FC Tirol die Gehälter seiner Spieler und Angestellten nicht mehr pünktlich zahlen können. Nach Zeitungsberichten fehlten damals rund 507 Millionen Schilling (36,8 Mill. Euro) für die dringendsten Zahlungen. Bereits im Sommer hatte Fiorentina ein Konkursverfahren im letzten Moment abgewendet. Nur durch den Verkauf seiner Top-Stars hatten die "Violetten" die Pleite verhindert. So wechselten etwa der portugiesische Mittelfeldregisseur Rui Costa zu AC Milan und Teamtorhüter Francesco Toldo zu Inter Mailand.
