Mehr Mittel für effizienteren Sport

Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer hat anlässlich einer Podiumsdiskussion am Dienstag Abend im Haus des Sports in Wien eine substanzielle Erhöhung der besonderen Sportförderung aus Lotto-Totomitteln ab dem Jahr 2003 angekündigt. Über das genaue Ausmaß der Erhöhung machte Riess-Passer noch keine Angaben ("Ich halte es für unseriös, bereits jetzt eine Sport-Milliarde zu versprechen").
Details über Verwendungspläne gab die Vizekanzlerin sehr wohl bekannt: Den Nachwuchs und mehr Sportarten als bisher fördern, die Ausbildung von Trainern und Funktionären finanzieren sowie neue Sportstätten und Leistungszentren errichten.
Dazu müsse klar sein, dass nicht jedes Bundesland alles haben kann. "Vielleicht kommen wir nur als Beispiel zur Überzeugung, dass wir ein Leichtathletikzentrum in Linz errichten, dafür eine Schwimmhalle in Graz." Regional und politisch motivierte Doppelgleisigkeiten sollten sich aufhören, statt dessen Kräfte gebündelt und Synergien genutzt werden.
100 Spitzenvertreter des österreichischen Sports
"Neue Sportstrukturen in Österreich" hieß das Thema, das auf Einladung des Panathlon-Clubs Wien mit etwa 100 Spitzenvertretern des österreichischen Sports diskutiert wurde, mit ORF-Sportchef Elmar Oberhauser als Moderator und Susanne Riess-Passer, Liese Prokop (Sportunion), Gernot Wainig (ASVÖ), Theo Zeh (BSO), Ludwig Prokop (Sportmedizin) als Podiumsmitgliedern.
"Vielfalt ist besser"
Eine Anpassung der derzeitigen Struktur der Dach- und Fachverbände an moderne Erfordernisse wurde von den meisten Teilnehmern als notwendig erachtet. Über Art und Ausmaß war man jedoch geteilter Ansicht. "Ich will keinen Staatssport", sagte Liese Prokop, "da schafft nur Einer an. Da ist die Vielfalt besser. Es gibt keine Doppelgleisigkeiten, nur gesunde Konkurrenz!"
Keine Fusion der Dachverbände
ASVÖ-Präsident Gernot Wainig glaubt ebenfalls nicht an ein Rationalisierungspotenzial infolge einer Fusion der Dachverbände. "Die Spitzenfunktionen könnten vielleicht zusammengelegt werden. Das sind aber lauter ehrenamtliche Mitarbeiter, daher kann man kaum etwas einsparen. Alle anderen sind Trainer und Betreuer. Da gibt es nichts wegzurationalisieren!"
Behinderte wollen in die Bundessportorganisation
Ohne zusätzliche Mittel ist die Aufnahme neuer Sportverbände, unter anderem auch der Behindertensport, in die Bundessportorganisation derzeit blockiert. Der Vorsitzende des Fachrates Theo Zeh merkte dazu an: "Derzeit wird der Kuchen auf drei Dachverbände und 53 Fachverbände aufgeteilt. Weitere 15 bis 20 Fachverbände stehen vor der Tür. Wir lassen sie aus egoistischen Gründen nicht herein, weil wir sie nicht an den Futtertrog lassen!"
Riess-Passer will Taten sehen
Riess-Passer will jedenfalls auch bei der Strukturreform der Verbände Taten sehen: "Seit zwei Jahren wird nur diskutiert. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Das notwendige Geld soll nicht nur aus öffentlichen, sondern auch aus privaten Quellen aufgebracht werden, begünstigt durch Sonderabschreibmöglichkeiten für Sponsoren.
