"Ungerechter Krieg wird unser Volk nicht brechen"

Das Ende der gegen Israel gerichteten "bewaffneten Aktivitäten" und Selbstmordattentate hat der palästinensische Präsident Yasser Arafat am Sonntag angeordnet. Für seine Rede an seine Landsleute und an die Weltöffentlichkeit erntete Arfat Lob wie Skepsis gleichermaßen. Bereits wenige Stunden nach seiner Ansprache wurde eine jüdische Siedlung im Gaza-Streifen beschossen und ein Hamas-Mitglied exekutiert.
Arafat sagte, es werde den Israelis nicht gelingen, das palästinensische Volk zu brechen. Er rief Israel zur Wiederaufnahme von Verhandlungen auf. Arafat gab dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon die Schuld an der Welle der Gewalt. Sharon habe der palästinensischen Autonomiebehörde "den Krieg erklärt". Der israelische Regierungschef habe die Terroranschläge zum Vorwand für die Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen die Palästinenser genommen.
Arafat hob hervor, dass er selbst die Selbstmordanschläge immer verurteilt habe. Die palästinensischen Gruppen, die terroristische Akte verüben, erklärte er für illegal. Er forderte sie auf, von ihren antiisraelischen Attacken abzulassen, und versprach die Verantwortlichen zu bestrafen. Die palästinensische Autonomiebehörde hat am Wochenende nach eigenen Angaben insgesamt 33 Büros der radikalen Hamas und der extremistischen Gruppe "Islamischer Heiliger Krieg" in den Palästinensergebieten geschlossen.
Arafat, der in Ramallah im Westjordanland von der israelischen Armee praktisch unter Hausarrest gestellt worden ist, unterstrich, dass die von ihm geleitete Palästinensische Nationalbehörde (PNA) alle vertraglich eingegangenen Verpflichtungen einhalte und von Israel respektiert werden müsse. Zugleich bekannte er sich zu dem von den USA vermittelten Waffenstillstand, der nicht umgesetzt worden ist.
Weißes Haus bezeichnet Rede als "konstruktiv"
Die US-Regierung hat die Fernsehansprache von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat als "konstruktiv" bezeichnet. Jetzt müssten jedoch "konkrete Taten" folgen, betonte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, in Washington.
Auch die britische Regierung begrüßte die Äußerungen Arafats. "Wir hoffen, er hält sich daran", sagte ein Sprecher von Premierminister Tony Blair in London. Die EU habe aber ebenso Israel aufgefordert, seine Truppen aus den Autonomiegebieten zurückzuziehen und die gezielte Tötung von radikalen Palästinensern zu unterlassen, betonte der Sprecher.
Jüdische Siedlung im Gaza-Streifen beschossen
Eine jüdische Siedlung im Gaza-Streifen ist Sonntag Abend offenbar von Palästinensern mit einer Granate beschossen worden. Bei der Detonation habe es keine Verletzten gegeben, teilte das israelische Militär mit. Der Beschuss habe auf die Siedlung Rafah Jam im Süden des Gaza-Streifens gezielt.
Hamas-Mittlied von israelischen Soldaten exekutiert
Bei einer Razzia in Hebron im Westjordanland haben israelische Soldaten am Montag ein Mitglied der radikal-islamischen Hamas-Organisation getötet, wie aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete. Der Mann sei vor seinem Haus erschossen worden, als er zu fliehen versucht habe, hieß es in den Kreisen. Israelische Sicherheitskräfte sind in den vergangenen Tagen verstärkt gegen militante Palästinenser vorgegangen, die sie für die neue Welle der Gewalt im Nahen Osten verantwortlich machen. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
